Home Geschichte HIV Medicine Wer ? Was ? FMI Flying Publisher
 
 
HIV.NET 2007

Nachrichten

HAART

Klinik

Medikamente

Kongressberichte

Mailing-Liste

Erweiterte Suche


Anregungen,
Kommentare


 
Nachrichten
Keine Fabrik für T-1249

Entwicklung eines Hoffnungsträgers vorerst gestoppt

von Christian Hoffmann

Hamburg, 31. Januar 2004 - T-1249 ist ein Peptid, das an die pre-hairpin Struktur des HIV-Hüllproteins gp41 bindet und dadurch die Fusion von Virus- und Wirtszellmembran verhindert. Nach T-20 (Fuzeon® ) war T-1249 der am weitesten in der Entwicklung vorangeschrittene Fusionsinhibitor. Die Pharmakokinetik schien günstig [1], eine Einmalgabe täglich somit möglich. Die Substanz wurde in den letzten Jahren immer wieder als viel versprechendes Medikament für intensiv vorbehandelte Patienten gehandelt, bei denen selbst T-20 nicht mehr hilft. Eine Studie auf der ICAAC in Chicago hatte erst vor wenigen Wochen für Aufsehen gesorgt: Bei 25 Patienten, die mit nachweisbarer Viruslast unter T-20 und nachweisbaren Resistenzen von T-20 auf T-1249 umstiegen (192 mg/die), sank die Viruslast im Median um immerhin 1,26 Logstufen [2]. Bei 73 % fiel die Viruslast um mehr als eine Logstufe ab.

Warum nun das abrupte Ende? Offiziell lagen die Gründe vor allem beim Herstellungsprozess. Voraussetzungen für eine Großproduktion wären nicht gegeben, hieß es bei den beteiligten Firmen Roche und Trimeris. Zwar erklärte Trimeris-Chef Dani Bolognesi, T-1249 sei nicht tot und das laufende klinische Programm nur auf Eis gelegt, bis eine Formulierung gefunden sei, die den Zielen entspreche, doch besteht nach diesen Nachrichten kaum Hoffnung auf eine Weiterentwicklung von T-1249. Ein Hauptgrund für die jetzige Entscheidung dürfte sicher auch in dem bislang nur mässigen Erfolg von T-20 liegen. Für T-20 war extra eine eigene Produktionsfabrik aufgebaut worden - vor allem angesichts der umständlichen Darreichungsform und der durch den aufwändigen Herstellungsprozess sehr hohen Kosten wird die Substanz jedoch nur bei relativ wenigen Patienten verwendet. Weniger zumindest, als man sich bei Roche vorstellte, und wahrscheinlich ist man nun deshalb davor zurück geschreckt, erneut Millionen in eine Substanz zu stecken, die wahrscheinlich nur wenige Patienten benötigen werden.....

Literatur

[1] Lambert DM, Zhou J, Medinas R, et al. HIV-1 isolates from patients treated with T-20 are sensitive to the second generation fusion inhibitor T1249. Antiviral Ther 1999, 4 (suppl 1):8.

[2] Lalezari JP, Bellos N, Richmond G, et al. Final analysis of T1249-102: T-1249 retains potent short term antiviral activity in patients who have failed a regimen containing enfuvirtide (ENF). Abstract 444, 43rd ICAAC 2003, Chicago.


 

 
     
 

Design:

 
 
 

  Wichtiger Hinweis für die Leser