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Nachrichten zur Übersicht Neuer Warnbrief der FDA: Achtung bei Tenofovir plus DDI von Philip Aries Hamburg, 18. Oktober 2002 - Die Kombination von Tenofovir und DDI führt zu deutlich erhöhten Plasmaspiegeln von DDI und erhöht somit das Risiko gravierender DDI-Nebenwirkungen wie periphere Neuropathie, Pankreatitis oder Laktatazidose. Die amerikanische FDA hat daher kürzlich eine entsprechende Verschärfung der Beipackzettel für Tenofovir (Viread) und DDI (Videx) angemahnt [ 1, 2]. Präzisiert wird nun, dass beide Substanzen nur mit Vorsicht kombiniert werden sollen und dass die Patienten engmaschig auf DDI-typische Nebenwirkungen zu untersuchen sind.Die FDA-Warnung basiert auf zwei von Bristol-Myers Squibb und Gilead vorgelegten Studien, deren Ergebnisse schon im Mai in einem Warnbrief vorgestellt wurden [3]. In der ersten Studie (Phase I, open-label, crossover im Design) wurde Tenovofir von 18 Probanden zusammen mit DDI-Kautabletten im Abstand von einer Stunde eingenommen. Die Area Under the Curve (AUC) von DDI erhöhte sich dadurch im Mittel um 44%, die Spitzenspiegel (Cmax) um 28%. Die Tenofovir-Pharmakokinetik blieb unverändert. In der zweiten Studie wurde die Interaktion mit den heute beliebteren Videx EC-Kapseln getestet. 28 Probanden (alle über 60 kg) erhielten 400mg Videx EC und 300 mg Viread, entweder simultan mit einer leichten Mahlzeit oder mit zwei Stunden Abstand (DDI nüchtern, Tenofovir mit leichter Mahlzeit). Wieder war die Pharmakokinetik von DDI deutlich verändert: Bei gleichzeitiger Einnahme war die AUC um 60% und die Cmax um 64% erhöht; bei zweistündigem Abstand (Videx EC zuerst) betrug die Steigerung immer noch 48% (AUC und Cmax). Erneut veränderten sich die Expositionswerte für Tenofovir nicht. Die eher defensive offizielle Empfehlung von BMS besteht sich an die FDA anlehnend darin, dass bei Patienten, die mit Tenofovir und DDI behandelt werden, besonders auf die Entwicklung von Laktatazidose, Pankreatitis und Polyneuropathie geachtet werden soll. Eleganter wäre es vermutlich, diese Kombination entweder zu vermeiden oder, wo dies nicht möglich erscheint, die eine Substanz morgens und die andere abends einzunehmen. Bei Patienten mit nur wenig über 60 kg Körpergewicht könnte darüber hinaus die 250 mg Videx EC Kapsel ausreichend sein. Klinische Daten, die die Sicherheit eines solchen Vorgehens belegen würden, stehen aber noch aus.
[2] US Food and Drug Administration (FDA)
[3] Letter From
Bristol Myers Squibb About DDI and Tenofovir Interaction May 7, 2002
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