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Kriminelle Re-Importe - Bereicherung auf dem Rücken afrikanischer Patienten

von Bernd Sebastian Kamps

Cagliari, 16. Oktober 2002 - Trizivir®, Combivir® und Epivir® sind in den letzten Monaten illegal von Afrika in die Europäische Union re-importiert wurden. Die Medikamente waren von der Herstellerfirma GlaxoSmithKline (GSK) im Rahmen von Hilfsprogrammen zu niedrigeren Preisen in Entwicklungsländer geliefert worden.

Der Vertrieb der illegal importierten Medikamente wurde deutschen Unternehmen, die auf den Vertrieb importierter EU-Arzneimitteln spezialisiert sind, gerichtlich untersagt. Die illegal eingeführte Ware ist beschlagnahmt.

Durch die kriminellen Re-Importe werden Patienten aus afrikanischen Ländern verbilligte Medikamente vorenthalten.

Patienten in Deutschland sollten nur mit von GSK vertriebener Originalware behandelt werden. Folgende Punkte sind zu beachten:

  • Grundsätzlich gilt, dass Importpackungen in Deutschland gut unterscheidbar sind: Sie sind mit deutschsprachigen Texten überklebt und müssen zusätzlich zum Zulassungsinhaber und Originalhersteller den Importeur auf der Packung nennen. Dagegen ist auf der von GSK vertriebenen Originalware nur GSK als Zulassungsinhaber, Hersteller und lokales Vertriebsunternehmen genannt. Auch auf dem Beipackzettel muss der Name des Importeurs vermerkt sein.
  • Für die re-importierten Medikamente können wegen der unbekannten Lieferwege und Lieferbedingungen keine zuverlässigen Aussagen über Qualität und Arzneimittelsicherheit gemacht werden; solange die betroffene Importware sachgerecht gelagert und transportiert wurde, sollte aber keine Gefährdung für Patienten bestehen.
  • In Zweifelsfällen sollten sich Patienten an Ihren Arzt wenden und mit ihm gemeinsam entscheidet, wie Sie sich verhalten sollen. Falls die Abgabe eines Importproduktes ausgeschlossen werden soll, muss auf dem Rezept z. B. Combivir GSK oder die Pharmazentralnummer vermerkt werden.

Nach Angaben von GSK könnten die folgenden Chargen von illegalen Re-Importen betroffen sein:

Epivir® Filmtabletten 150 mg 60 St. N3: B030659, B035914, B044999, B048526

Combivir® Filmtabletten 60 St. N3: B038177, B036920, B053572, B055413, B055414, B055415, B070726, B045155, B053573, B073667, B072947, B069655, B067167, B069656, B070727

Trizivir® Filmtabletten 40 St. N2: B050898, B050898, B061523, B053571, B063238, B061053


Bei Rückfragen 089-36044-468 (Dr. Jürgen Peper) oder 089-36044-527 (Dr. Ravi Walli).

 
 

 
     
 

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