![]() |
Home
Geschichte
|
HIV
Medicine
Wer ?
Was ?
FMI
|
Flying
Publisher
|
|
HIV.NET 2007 Nachrichten HAART Klinik Medikamente Kongressberichte Mailing-Liste
|
Nachrichten zur Übersicht
Zum Welt-AIDS-Tag: Ein Brief aus Kenia
30. November 2001 - Der Umstand in einem westlichen Land
leben zu dürfen wirft ein neues Licht und Leben in das Herz und die Seele einer
„Drittweltlerin“ aus Afrika. Das neue Leben begann nach dem Ja-Wort mit einem
deutschen Mann und der Hoffnung, eine wundervolle Familie zu gründen. Die Träume von Kinderlachen zerschlugen
sich nach einer ärztlichen Untersuchung und es begann stattdessen eine Zeit der
Trauer, der verlorenen Hoffnungen und sogar des Zählens meiner Tage auf dieser
Erde. Bei einem HIV-Test wurde festgestellt,
dass ich positiv bin. HIV-positiv im Alter von 28 Jahren. Das war im August 1998.
Es war ein Schock, dem viele durchgeweinte Tage und Nächte folgten. Ich sah den
Tod so nahe, weil bei uns in Afrika jeder weiß, daß nach der HIV Infektion
schnell die Hölle des Leidens durch AIDS folgt. In schlaflosen Nächten betete ich um
Hilfe. Das Lachen kehrte in mein Gesicht zurück und in meinen Augen war wieder
Hoffnung und ich fühlte, dass mein Herz noch voll Liebe war für meinen Mann und
meine zwei wundervollen Kinder die in Afrika - Gott sei gedankt - im Kreise
meiner dortigen Familie leben. Ich habe ein neues Leben in mir. Ich lebe voll
Energie und Zuversicht. Ich danke dem deutschen Arzt und dem Umstand, dass ich
die beste Medizin und regelmäßige Untersuchungen bekomme. Mein Leben und ich
sind wieder normal. Ich fühle mich gesund. Ich weiß, dass dies Geschenk des
neuen Lebens gegen AIDS in Afrika nicht vorkommt. Ich nehme meine Pillen seit 2
Jahren und all die Qual, Trauer und Hoffnungslosigkeit sind verflogen. Ich bin
wieder dieselbe zuversichtliche, intelligente und hilfsbereite junge Frau, die
ich einmal war. Vor drei Monaten besuchte ich meine
Familie in Kenia. Während dieser Zeit wurde ich mit einem Alptraum
konfrontiert, der mich zutiefst erschütterte. Bei einem Gang durch das Kenyatta
Hospital sah ich AIDS-Tote, die wie Ziegelsteine auf einer Baustelle
aufgestapelt waren. Die Körper wurden auf einen Lastwagen verladen, um in die
Leichenhalle transportiert zu werden, wo die Angehörigen die Leichname abholen
konnten, um sie zu beerdigen. Ich sah je vier AIDS Patienten in einem Bett, die
dem Ende entgegen dämmerten. Ein isolierter Saal war voll mit diesen Betten. Es
war grauenvoll. So wie in Kenia ist es sicherlich auch in anderen Staaten
meines Kontinentes. Warum sterben tausende Menschen in einem Land während die
verdammt teure Medizin in den örtlichen Apotheken verstaubt, weil niemand sie
bezahlen kann ? Weil meine eigenen HIV Medikamente
(Combivir/Sustiva) in einer Tasche gestohlen wurden, musste ich mich auf die
Suche nach meiner neuen Medizin machen. Ich musste durch halb Kenia reisen um die
Medikamente zu bekommen. In den kleineren Städten waren nur abgelaufene
Medikamente vorrätig, die von den Apothekern weiter verkauft wurden, aber
niemand hatte das Geld die Medizin kaufen zu können. Warum ist das so? Warum muß wegen eines
Maximums an Profit ein großer Teil meines Volkes elend sterben? Wenn alle zu
angemessenen Preisen die Medikamente kaufen könnten, wäre das nicht genug
Verdienst? Steht eventuell sogar Absicht hinter dieser Kostenrechnung? Wird die
Welt kleiner und die Armen haben zu gehen? Bitte schenkt auch den Armen
Hoffnung ! |
|
Wichtiger Hinweis für die Leser
|
||||