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Tenofovir - als Viread® unmittelbar vor der Zulassung
19. Oktober 2001 - Wie die Firma Gilead
gestern bekannt gab, hat das Committee for Proprietary Medicinal Products
(CPMP) der Europäischen Union die Zulassung für Tenofovir DF (Tenofovir
Disoproxil Fumarat) empfohlen. Über die Substanz hat hivnet in den letzten
Monaten bereits mehrfach berichtet [1,
2].
Mit der Zulassung für den
europäischen Markt ist damit für Anfang 2002 auszugehen. Etwas schneller scheint es
wieder einmal in den USA zu gehen. Hier hatte das Advisory Commitee bereits
Anfang des Monats der amerikanischen FDA die Zulassung empfohlen. Sobald die
FDA grünes Licht gibt (was vermutlich in den den nächsten 2 Wochen der Fall
sein wird) ist Tenofovir in den USA und damit auch hierzulande über Import
erhältlich. Als Compassionate-Use-Programm steht Tenovofir allerdings auch
schon jetzt Patienten in Deutschland zur Verfügung. Interessierte können sich
unter 089/899890-0 bei der Firma melden und nach Adressen von Ärzten bzw.
HIV-Zentren fragen, die an dem Programm teilnehmen. Der Handelsname von
Tenofovir wird weltweit Viread® sein. Die gängige Dosierung wird aus
einer Tablette à 300 mg täglich bestehen. Die Packungsgröße ist 30
Filmtabletten, deckt also einen Monatsbedarf ab. Eingenommen werden sollte
Viread® zu den Mahlzeiten, da die Bioverfügbarkeit hier bei 40 %
liegt. Nach den bisherigen
Erfahrungen hat die Substanz eine recht gute Wirksamkeit und ein sehr günstiges
Nebenwirkungsprofil. Auch die im Tierversuch beobachteten Knochenveränderungen
wurden bislang nicht gesehen. Mit ersten Daten zu einer weltweiten Studie, in
der Tenofovir zur Zeit in Kombination mit 3TC und EFV randomisiert und
doppelblind gegen d4T getestet wird, wird auf der Retroviruskonferenz
gerechnet. Bleibt nur zu hoffen, daß
Gilead auch in Sachen HBV-Forschung ein bißchen mehr in die Gänge kommt.
Labordaten zeigen nämlich, daß Tenofovir gegen Hepatitis B-Viren eine sehr gute
Aktivität besitzt. Doch mit weiteren Studien zu dem Thema hat man es bei Gilead
offenbar nicht ganz so eilig: zufällig besitzt die Firma auch die Rechte an
Adefovir (Preveon®), das ebenfalls gegen HBV und HIV gleichzeitig
wirksam ist, jedoch angesichts seiner Nephrotoxizität und schwachen HIV-Wirkung
in der HIV-Therapie im letzten Jahr den Bach herunter ging [3]. Wenn sich
herausstellen sollte, so vermutlich die Sorge bei Gilead, daß Tenofovir gegen
HBV genauso gut wirkt wie Adefovir, kann man Adefovir vermutlich ganz
einstampfen – ein angesichts der immensen Entwicklungskosten sicherlich
verständliches Verhalten, aber auch eine Politik, die auf Dauer nicht
funktionieren wird. Von Aktivistenseite wird jedenfalls schon Druck gemacht,
daß mehr zu Tenofovir und HBV geforscht wird... |
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Wichtiger Hinweis für die Leser
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