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Prognose auch für Non-Hodgkin-Lymphome günstiger
7. September 2001 - Die Überlebenszeiten von
AIDS-Patienten haben sich für alle sichtbar in den letzten Jahren drastisch
verbessert [1]. Bislang war jedoch nicht klar, ob dies für alle
AIDS-definierenden Erkrankungen im gleichen Maße galt. Eine intensive
Diskussion war insbesondere bei den Non-Hodgkin-Lymphomen (NHL) entbrannt.
Große Kohortenstudien, die das Überleben von NHL-Patienten vor und in der
HAART-Ära untersuchten, fanden für Patienten nach NHL-Diagnose in den letzten
Jahren keinen oder einen allenfalls marginalen Unterschied gegenüber früher
[2-4]. In diesen Studien waren die Details der antiretroviralen Therapien -
Dauer, Regime, virologische und immunologische Effektivität - jedoch nicht
genauer untersucht worden. Eine italienische
Arbeitsgruppe präsentierte jetzt die Daten einer prospektiven Studie an 44
Patienten, von denen insgesamt 36 zusätzlich zur Chemotherapie (meist CHOP) mit
HAART behandelt wurden [5]. Nach den Kriterien dieser Studie wurde dabei eine
„HAART-Response“ als Viruslast-Abfall von mindestens 2 log-Stufen bzw. ein
CD4-Zellanstieg von mindestens 30 % gegenüber der Ausgangslange gewertet. 23
dieser 36 Patienten erreichten eine Response. Ihre Rate einer kompletten
Remission des Lymphoms durch Chemotherapie lag mit 71 % signifikant über den 30
% Remissionsrate bei den Non-Respondern. Die Ansprechrate der Responder ist
damit bei HIV-Patienten eine der besten, die weltweit überhaupt jemals berichtet wurden. Interessanterweise
gab es auch keine Unterschiede, wenn man so genannte Hochrisikopatienten
(schlechter Performance-Status, AIDS, niedrige CD4-Zellen) mit Patienten mit
niedrigerem Risiko verglich. Auch hier waren die Ansprech- und Überlebensraten
bei den Respondern deutlich verbessert. Die Verträglichkeit der Kombination aus
HAART und Chemotherapie war überdies akzeptabel. Diese Studie zeigt
eindrucksvoll, wie wichtig es ist, durch HAART das Immunsystem bei
Lymphompatienten zu stabilisieren. Dies gilt vor allem für die
Hochrisiko-Patienten mit fortgeschrittenem Immundefekt. Gerade wenn bei diesen
Patienten noch HAART-Optionen vorhanden sind, sollte das Chemotherapie-Regime
entgegen der früheren „Lehrmeinung“ nicht palliativ, sondern kurativ gewählt
werden. Mit HAART bestehen gute Chancen für eine Vollremission! Literatur und Links [1] Lee LM, Karon JM, Selik
R, Neal JJ, Fleming PL. Survival after AIDS diagnosis
in adolescents and adults during the treatment era, United States, 1984-1997. JAMA
2001, 285:1308-15.
Abstract [2]
Levine AM, Seneviratne L, Espina BM, Wohl AR, Tulpule A, Nathwani BN, Gill PS.
Evolving characteristics of AIDS-related lymphoma.
Blood 2000, 96:4084-90.
Abstract [3]
Matthews GV, Bower M, Mandalia S, et al. Changes in acquired immunodeficiency
syndrome-related lymphoma since the introduction of highly active
antiretroviral therapy. Blood 2000, 96: 2730-2734.
Abstract [4]
Conti S, Masocco M, Pezzotti P, et al.: Differential impact of combined
antiretroviral therapy on the survival of italian patients with specific
AIDS-defining illnesses. J Acquir Immune Defic Syndr
2000, 25:451-458.
Abstract [5] Antinori A, Cingolani A,
Alba L, Ammassari A, Serraino D, Ciancio BC, Palmieri F, De Luca A, Larocca LM,
Ruco L, Ippolito G, Cauda R. Better response to chemotherapy and prolonged
survival in AIDS-related lymphomas responding to highly active antiretroviral
therapy. AIDS 2001, 15:1483-91.
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