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HAART-assoziierte Dyslipidämie:
6. Juni 2001 - Das HAART zur Erhöhung der Blutfett-
und Insulinspiegel führen kann, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Diese
Veränderungen erhöhen das Risiko einer Arteriosklerose und damit die
Wahrscheinlichkeit, z.B. einen Schlaganfall oder Herzinfarkt zu erleiden. Frauen sind durch
den kardioprotektiven Effekt der Östrogene auf die Lipide (niedrigere LDL- und
höhere HDL-Spiegel als Männer) per se einem geringerem Arteriosklerose-Risiko
ausgesetzt. Gilt dieses jedoch auch für HIV-positive Frauen, die eine HAART
einnehmen? Oder, anders gefragt, beeinflußt HAART in unterschiedlichem Maße den
Lipidmetabolismus bei Männern und Frauen? Diese
Fragestellung, der sich jetzt in einer prospektiv angelegten Studie eine
österreichische Forschergruppe widmete [1], ist auch deswegen interessant, weil
HAART-Nebenwirkungen bislang in überwiegend männlichen Studienpopulationen
untersucht wurden. In der Studie
wurden 27 HIV-positive Männer und 13 prämenopausale HIV-positive Frauen initial
auf eine Dreifach-Kombination bestehend aus einem PI (Nelfinavir) und zwei
NRTIs (ddI plus d4T) eingestellt. Als Kontrollgruppe dienten gesunde Probanden
- gematcht nach Alter, Geschlecht und Body-Mass-Index. Wie bereits in anderen
Untersuchungen gezeigt wurde, hatten die HIV-positiven Patienten bereits vor
Beginn einer HAART niedrigere HDL-Spiegel als ihre gesunden Kontrollpartner.
Dementsprechend ist die LDL-/HDL-Ratio, ein Indikator für das Ausmaß des
kardiovaskulären Risikos, in HIV-positiven höher als in HIV-negativen Personen,
bei HIV-positiven Frauen jedoch deutlich niedriger als bei HIV-positiven
Männern. Dies spiegelt die normale epidemiologische Konstellation der
Blutfettverteilung in der Gesamtbevölkerung wider. Nach sechs Monaten HAART
stieg neben den Triglycerid- und Insulinspiegeln die LDL-/HDL-Ratio jedoch nur
bei den HIV-positiven Frauen signifikant und glich sich dem Risikoprofil der
HIV-positiven Männer an. HIV-infizierte Frauen können demnach mit der Einnahme
der HAART ihren natürlichen Schutz vor kardiovaskulären Erkrankungen verlieren.
Entsprechende Beachtung müssen daher die Lipidkontrollen bei HIV-positiven
Frauen mit einer HAART und die etwaige Therapie mit Lipidsenkern finden. Literatur
[1] Pernerstorfer-Schoen
H, Jilmaa B, Perschler A, et al. Sex differences in
HAART-associated dyslipidaemia. AIDS 2001, 15:725-734. |
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