![]() |
Home
Geschichte
|
HIV
Medicine
Wer ?
Was ?
FMI
|
Flying
Publisher
|
|
HIV.NET 2007 Nachrichten HAART Klinik Medikamente Kongressberichte Mailing-Liste
|
Nachrichten zur Übersicht HAART für alle Schwangeren!
26. März 2001 - Je höher die Viruslast einer Schwangeren, desto größer ist für das Kind die Gefahr einer perinatalen HIV-Infektion - dies ist eine mittlerweile gesicherte Erkenntnis. Allerdings gibt es keinen Grenzwert für die Viruslast, unter dem eine Übertragung wirklich ausgeschlossen werden kann. In einer groß angelegten europäisch-amerikanischen Studie wurde jetzt die Mutter-Kind-Übertragung von HIV bei Schwangeren mit niedriger Viruslast untersucht. Die Forscher um John Ioannidis aus Griechenland untersuchten insgesamt 1202 schwangere Frauen mit einer Plasmavirämie < 1000 Kopien/ml aus sieben europäischen und amerikanischen Kohorten. Dabei wurden in dem Zeitraum zwischen 1987 und 1998 immerhin 44 vertikale Infektionen gefunden [1]. Dies ist die bislang größte Zahl solcher Fälle, da in bisherigen Studien der Anteil schwangerer Frauen mit einer derart niedrigen Viruslast meist klein war und darüber hinaus die Übertragungsrate bei dieser Konstellation sehr gering ist. In der im Februar veröffentlichten Untersuchung fanden die Autoren für Frauen mit einer antiretroviralen Therapie eine signifikant niedrigere Übertragungsrate gegenüber Frauen, die keine Therapie erhielten: Lediglich 1 % der therapierten Frauen infizierten ihre Kinder, während 9.8 % der nicht therapierten Mütter das Virus übertrugen - wohlgemerkt trotz einer Viruslast unter 1.000 Kopien/ml zum Zeitpunkt der Geburt. Die Mehrheit der Patientinnen mit einer vertikalen Übertragung hatte einen oder mehrere Risikofaktoren. Eine CD4-Zellzahl von weniger als 500 Zellen/mm3 , ein Gestationsalter des Kindes unter 37 Wochen und ein niedriges Geburtsgewicht (< 2500 g) sowie eine Geburt ohne Kaiserschnitt konnten als Risiken identifiziert werden. In der statistischen Analyse hatten diese Risikofaktoren jedoch keinen Einfluß auf den Effekt der antiretroviralen Therapie - Mutter-Kind-Paare mit hohen Helferzellzahlen und normalem Geburtsgewicht profitierten ebenfalls von der Behandlung. Die antiretrovirale Postexpositionsprophylaxe (PEP) des Kindes nach der Geburt scheint dabei nicht so bedeutsam zu sein wie die Therapie der Mutter - nach den hier vorliegenden Daten bringt die Behandlung des Kindes bei einer niedrigen Viruslast der Mutter keinen zusätzlichen Nutzen. Eine Unsicherheit hierbei liegt jedoch in dem Umstand, daß es kaum Fälle gab, bei denen Mütter therapiert wurden und die Kinder anschließend keine PEP erhielten. Insgesamt jedoch, so folgern die Forscher, sollten alle schwangeren Frauen eine antiretrovirale Therapie erhalten, um eine perinatale Infektion zu vermeiden. Es ist jedoch zu befürchten, das dies zur Zeit nur in den Ländern der ersten Welt ein realistisches Szenario ist. Aber auch hier gibt es Probleme: Nicht alle HIV-positiven Schwangeren wissen um ihre Infektion und die derzeit erhältlichen Therapien werden nicht von allen genutzt. Somit müssen Früherkennung, Beratung und Therapieangebote weiter verbessert werden, um noch weniger Übertragungen zu erreichen. Aber auch die Verträglichkeit der Therapie muß verbessert werden: Immer wieder tauchen Berichte über Unverträglichkeiten und Gefahren für Mutter und Kind durch HAART während der Schwangerschaft auf. Es besteht, so die Autoren in ihrem Resumé, weiter großer Bedarf an Daten über die Sicherheit verschiedener Therapieschemata für Mutter und Kind. Dies gelte sowohl für die Langzeitfolgen, als auch für die unmittelbare Therapiesicherheit. Literatur: 1. Ioannidis JP, Abrams EJ, Ammann A, et al. Perinatal Transmission of Human Immunodeficiency Virus Type 1 by Pregnant Women with RNA Virus Loads <1000 Copies/mL. JID 2001, 183:539-545. |
|
Wichtiger Hinweis für die Leser
|
||||