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Nachrichten zur Übersicht Vier von fünf AIDS-Patienten wurden nicht antiretroviral behandelt
23. März 2001 - Auch die neuesten Schätzungen zeigen es - im Gegensatz zur weltweit teilweise katastrophalen Entwicklung der HIV/AIDS-Epidemie haben sich die anfänglichen Befürchtungen für Deutschland nicht bewahrheitet. Die aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Institutes [1] belaufen sich auf derzeit 37.000 HIV- Infizierte (29.000 Männer, 8.000 Frauen), davon 5.000 mit AIDS (Stand Ende 2000). Die Zahl der Neuinfektionen des vergangenen Jahres betrug 2.000 und ist damit in den letzten Jahren relativ konstant geblieben. Allerdings nimmt der Frauenanteil unter den HIV-Erstdiagnosen weiter zu und stieg von 18.1 % im Jahre 1993 auf inzwischen 25.1 %. Es wurden 500 (420 Männer, 80 Frauen) neue AIDS-Fälle gemeldet, von denen die Mehrheit - etwa vier von fünf - nicht von der bestehenden HIV-Infektion wußte oder nicht antiretroviral behandelt wurde. Der mit Einführung einer effektiven antiretroviralen Therapie nach 1995 gesehene Rückgang der AIDS-Fall- Inzidenzen hat sich inzwischen verlangsamt. Man schätzt, daß die Zahl der AIDS-Neudiagnosen in den kommenden Jahren kaum noch weiter abnehmen wird. Die Zahl der HIV-Infizierten in Deutschland steigt dagegen insgesamt weiter an, bedingt durch die relativ konstante Zahl der Neuinfizierten bei abnehmenden Zahlen der an AIDS Verstorbenen (ca. 600). Der größte Anteil der HIV-Infizierten sind nach wie vor homo- bzw. bisexuelle Männer (39 %). Der Anteil von Personen aus Ländern mit hoher HIV-Prävalenz (18 %) und der Anteil jener, die sich durch heterosexuelle Kontakte infizierten (17 %), haben in den letzten Jahren zugenommen. Die Zahl der HIV-infizierten Drogenkonsumenten nahm dagegen leicht ab (9 %). Vom Robert-Koch-Institut wurde eine Studie in Niedersachen und Berlin [2] durchgefü hrt, die die Seroprävalenz der HIV-Infektion in Kollektiven klären sollte, die nicht zu den bekannten Betroffenengruppen gehören. Dabei wurden anonyme HIV-Antikörpertests der in Berlin und Niedersachsen Neugeborenen durchgeführt und damit die HIV-Seroprävalenz der Antikörper der gebärenden Frauen bestimmt. Diese Subpopulation ist repräsentativ für ca. 20% der Bevölkerung und 40% der Frauen. Zwischen 1993 und 1999 zeigten sich dabei keine Veränderungen der HIV-Infektionsraten. Um festzustellen, ob dies den generellen Trend in der Bevölkerung darstellt, wurden diese mit denen aus der Labormeldepflicht ermittelten Zahlen der HIV-Infektion verglichen. Auch hier zeigten sich keine wesentlichen Unterschiede der HIV-Infektionsrate zwischen 1993 und 1999. In beiden Kohorten wurde auf unterschiedlichen Ebenen gleichbleibende Zahlen gesehen. Dies läßt darauf schließen, daß sich die HIV-Epidemie Deutschland immer noch hauptsächlich auf die bekannten Risikogruppen beschränkt. Insgesamt zeigen diese Ergebnisse, daß trotz der antiretroviralen Therapie weiterhin insbesondere zielgruppengerechte Präventionsmaßnahmen nötig sind, um die Zahl der Neuinfektionen zu verringern. 1. Epidemiologisches Bulletin 48/2000 und Sonderausgabe A 2001 ( http://www.rki.de/INFEKT/EPIBULL/EPI.HTM) 2. Vettermann W, Siedler A, Voss L, Monch E, Heckler R, Pauli G. Spread of HIV infection in the general population in Germany. AIDS 2000, 14:2949-2951. |
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