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Nachrichten zur Übersicht HAART macht schlau - kognitive Leistungen unter antiretroviraler Therapie von Von Philip Aries
3. Februar 2001 - AIDS-Demenzen sind im Zeitalter von HAART selten geworden. Ob asymptomatische HIV Patienten in ihrer neurokognitiven Leistungsfähigkeit eingeschränkt sind, ist umstritten. Sicher ist hingegen, daß das Risiko solcher Ausfälle bei niedrigen CD4 Zellzahlen und hoher Viruslast (besonders im ZNS) steigt und mit charakteristischen Veränderungen im Glucosemetabolismus des Gehirns einhergeht. Zudem scheint es auch einen deutlichen Zusammenhang zwischen dem schlechten Abscheiden in verschiedenen neurokognitiven Tests und dem Vorliegen einer manifesten Depression und Arbeitslosigkeit zu geben. In diesem Zusammenhang ist eine kürzlich erschienene Arbeit von Interesse, welche longitudinal den Effekt von HAART auf das Abschneiden in vier verschiedenen neurokognitiven Tests an 126 HIV-infizierten Frauen untersuchte [1]. Alle Patientinnen hatten eine CD4-Zellzahl von unter 100/µl zu dem Zeitpunkt, als sie in die HERS genannte Beobachtungskohorte aufgenommen wurden. Keine hatte eine AIDS-Demenz, was sich an den durchweg guten Ergebnissen in den auf Gedächtnisleistung ausgelegten Testteilen belegen läßt. Die im Durchschnitt 33 Jahre alten Frauen wurden für 28 ± 15 Monate nachbeobachtet. In dieser Zeit erhielten 44 % der Frauen eine HAART mit mindestens zwei NRTIs und einem NNRTI oder PI. Patientinnen, die später HAART erhielten, unterschieden sich bei der Baseline-Untersuchung sich nicht von den anderen. Rund 80 % der Frauen gaben einen früheren Drogenkonsum an. Aber nur bei den wenigen Patientinnen, die auch in den letzten sechs Monaten vor Aufnahme in die Kohorte noch Drogen gespritzt hatten, ließ sich ein negativer Effekt auf die neurokognitive Performance nachweisen. Hinsichtlich HAART zeigten sich erstaunliche Effekte: Während die nicht behandelten Frauen bei der Abschlußuntersuchung im Vergleich zur Eingangsuntersuchung deutlich länger brauchten, um die verschiedenen Aufgaben zur Feinmotorik, Informationsverarbeitung und Wortfindung zu absolvieren, verbesserten sich die Leistungen der HAART behandelten Frauen durchweg. Besonders deutlich war die vorteilhafte Entwicklung bei den 59 % der HAART behandelten Frauen, deren Therapie schon länger als 18 Monate lief. Der positive Einfluß von HAART war unabhängig von Alter, Drogenkonsum, Ausbildungsstatus oder dem Ausmaß der Depression. Rechnerisch ergaben sich deutliche Korrelationen zwischen der positiven neurokognitiver Entwicklung und dem CD4 Zellzahlanstieg bzw. dem Abfall der Viruslast. Interessant sind die Ergebnisse aber auch für Arbeitsmediziner. So war es zum Beispiel bis vor relativ kurzer Zeit so, daß HIV-infizierte Piloten unter antiretroviraler Therapie in den USA vom Federal Air Surgeon die Flugtauglichkeit abgesprochen und die Arbeitserlaubnis entzogen bekamen. Diese Regelung führte dazu, daß die Piloten die Medikamente entweder heimlich einnahmen oder den Beginn einer Therapie hinauszögerten, um nicht Job und Krankenversicherung zu verlieren. Die neuen Regeln [2] sehen nun vor, daß Piloten mit FDA zugelassenen Medikamenten behandelt werden dürfen und eine möglichst niedrige Viruslast haben sollen - eine in Anbetracht der oben berichteten Ergebnisse sehr wünschenswerte Entwicklung. Literatur 1. RA Cohen, R Boland, R Paul, KT Tashima, EE Schoenbaum, DD Celentano, P Schuman, DK Smith, CC J Carpenter. Neurocognitive performance enhanced by highly active antiretroviral therapy in HIV-infected women. AIDS 2001,15:341-345. 2. FAA HIV and AIDS POLICY http://www.aviationmedicine.com/HIV.htm |
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