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Hepatitis-G-Koinfektion scheint AIDS-Risiko zu reduzieren

Bonn, 26. Juni 2000 - Die gleichzeitige Infektion mit HIV und dem Hepatitis G-Virus (HGV) scheint die Progression der HIV-Erkrankung zu verzögern. Das geht aus einer Studie mit 131 hämophilen Patienten hervor, die gerade in den Annals of Internal Medicine veröffentlicht wurde.

Analysiert wurde die AIDS-freie Zeit 12 Jahre nach der HIV-Serokonversion bei Patienten, die mit HIV und HCV (Hepatitis C) doppelinfiziert waren und keine oder nur eine unzureichende antiretrovirale Therapie (AZT-Mono) erhalten hatten. Von den 60 Patienten, die zusätzlich mit Hepatitis G infiziert waren (22 mit nachweisbarer HGV-RNS, 38 mit Antikörpern gegen das Hüllprotein E2), hatten 32 % nach 12 Jahren eine AIDS-definierende Erkrankung. Unter den HGV-negativen Patienten waren es 60%. Eine Multivariatanalyse ergab, daß dieser Effekt unabhängig von Alter, HIV-Viruslast, HCV-Viruslast und CCR5-Genotyp war und daß HGV-positive Patienten ein um 40% geringeres Risiko einer AIDS-Erkrankung hatten.

Das Hepatitis G-Virus gehört zu der Gruppe der Flaviviridae und ist daher entfernt mit dem Hepatitis C-Virus verwandt. Über welchen Mechanismus eine Co-Infektion mit HGV einen positiven Einfluß auf die Progression der HIV-Erkrankung haben kann, ist völlig unklar. Da HGV Lymphozyten infiziert, wäre denkbar, so die Autoren, daß HGV mit dem Lebenszyklus von HIV in Lymphozyten interferiert. Ein anderer Erklärungsansatz sei die "Induktion verschiedener Chemokine und anderer löslicher Faktoren oder die veränderte Expression von Chemokin-Rezeptoren".

Der vollständige Artikel ist derzeit noch frei erhältlich im Internet als

HTML-Format http://www.annals.org/issues/current/full/200006200-00006.html

oder PDF-Format http://www.annals.org/issues/current/pdf/200006200-00006.pdf

Yeo AET, Matsumoto A, Hisada M, et al. Effect of hepatitis G virus infection on progression of HIV infection in patients with hemophilia. Ann Intern Med 2000; 132: 959-63.
 

 
     
 

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