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Absetzen der MAI-Primärprophylaxe möglich

Von Jan-Christian Wasmuth, Universitätsklinik Bonn.

17. April 2000 - Obschon bereits in den derzeit gültigen Empfehlungen des U.S. Public Health Service (USPHS) und der Infectious Diseases Society of America (ISDA) aufgenommen, gab es bislang noch keine umfangreicheren, kontrollierten Daten über das Absetzen einer Primärprophylaxe gegen eine MAI-Infektion. In der aktuellen Ausgabe des New England Journal of Medicine wurden jetzt Daten von 520 Patienten über eine mediane Beobachtungszeit von 12 Monaten vorgestellt (Wafaa et al. N Engl J Med 2000; 342: 1085-1092).

520 Patienten, die ehemals unter 50 Helferzellen/µl hatten und deren Helferzellen durch antiretrovirale Therapie wieder über 100/µl angestiegen waren, wurden in zwei Behandlungsarme randomisiert: Entweder wurde die MAI-Prophylaxe mit Azithromycin (1200mg 1x/Woche) fortgesetzt oder gegen einen Placebo ausgetauscht. In beiden Gruppen wurde während des Studienzeitraums kein Fall einer MAI-Infektion beobachtet.

Gleichzeitig wurde das Auftreten von bakteriellen Pneumonien ausgewertet. Drei Patienten in der Azithromycin-Gruppe (1,2%), fünf Patienten in der Placebo-Gruppe (1,9%) entwickelten eine bakterielle Peumonie. Dieser Unterschied war statistisch nicht signifikant. Auch die HIV-Progressionsrate oder die Mortalitätsrate unterschieden sich nicht zwischen den Gruppen.

19 Patienten, die Azithromycin einnahmen, beendeten die Einnahme wegen Nebenwirkungen (7,4%), 3 Patienten beendeten die Plazeboeinnahme wegen Nebenwirkungen (1,1%).


Der HIV.NET-Kommentar: In Deutschland wurde die MAI-Prophylaxe aus verschiedenen Gründen zwar nie konsequent durchgeführt, so dass die vorliegende Arbeit eher amerikanischen Charakter hat. Dennoch zeigt sich einmal mehr, dass der Helferzellanstieg unter ART auch mit einer klinischen Verbesserung einhergeht und dass das Risiko opportunistischer Infektionen tatsächlich abnimmt. Vor der HAART-Ära lag die jährliche MAI-Infektionsrate für Patienten mir Helferzellen <50/µl bei 20-30%! Und auch mit dem Einsatz einer Prophylaxe lag dieses Risiko noch bei 7-8%.
 

 
     
 

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