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Nachrichten zur Übersicht Osteoporose durch Proteasehemmer? Von Jan-Christian Wasmuth, Universitätsklinik Bonn. 13. April 2000 - In den vergangenen zwei Jahren haben eine Reihe von metabolischen Komplikationen, die als Langzeitfolgen der antiretroviralen Therapie gelten, große Aufmerksamkeit erregt. Dazu gehören Diabetes mellitus, Hyperlipidämie, Lipodystrophie und Lipoatrophie. Seltener, aber nicht weniger bedeutend, sind Fälle von aseptischen Knochennekrosen und Wirbelsäulenfrakturen. Jetzt wurden zwei Arbeiten veröffentlicht, die an größeren Kollektiven den Zusammenhang zwischen HAART und Osteopenie/Osteoporose untersuchten: Eine amerikanische Arbeitsgruppe aus St. Louis untersuchte in einer Querschnittsstudie 95 männliche
HIV-Patienten (Tebas et al. AIDS 2000, 14: F63-F67). Mittels der Dual-energy-X-ray-Absorptiometrie (DEXA) wurde die
Knochendichte im Bereich von Gesamtkörper, LWS (L1-L4) und Femur gemessen. Von den 95 Patienten nahmen 60 einen PI ein,
35 hatten zuvor keinen PI erhalten. 17 gesunde Männer wurden als Kontrollgruppe herangezogen. Durchschnittsalter für
alle Gruppen war Ende 30. Es zeigte sich, dass Patienten, die einen PI einnahmen, eine signifikant höhere Inzidenz an
Osteopenie und Osteoporose hatten (Relatives Risiko 2,19; 95%-Konfidenzintervall 1,13 - 4,23; p=0,02). Auf der Retroconference in San Francisco
wurde eine Arbeit aus Australien vorgestellt, die ebenfalls den Zusammenhang zwischen PI-Einnahme und Veränderungen der
Knochendichte untersuchte (Hoy et al. 7th Conference on
Retroviruses and Opportunistic Infections, San Francisco 2000, Abstract 208): Der HIV.Net-Kommentar:
Wieder eine neue Beobachtung im Zusammenhang mit Proteasehemmern! Vermutlich werden sich bislang nur wenige
HIV-Behandler intensiv mit dem Knochenstoffwechsel ihrer (jungen) Patienten auseinandergesetzt haben. Zwar weisen beide
Studien eine Reihe von Einschränkungen auf, insbesondere sind keine Verlaufsbeobachtungen und Einordnung der zeitlichen
Zusammenhänge möglich (Hatten PI-Patienten vielleicht schon vorher schlecht Werte? Wie lange dauert die Entwicklung
einer Osteoporose?), nichtsdestotrotz zeigen sie wieder einmal, dass große Vorsicht und Sorgfalt in der HIV-Behandlung
geboten sind. Möglicherweise werden die bislang als Einzelfälle beschriebenen Wirbelsäulenfrakturen und Knochennekrosen
in Zukunft zunehmen. Es ist sicherlich einiges zu erwarten... |
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Wichtiger Hinweis für die Leser
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