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Nachrichten 1999 zur Übersicht Nimmt die Zosterinzidenz ab?! Heute von Jan-Christian Wasmuth, Uni Bonn. Bonn, den 10. Dezember 1999 - Nimmt das Risiko für einen Zoster trotz zunehmender Immunschwäche ab? Darauf deuten unerwartete Ergebnisse einer Studie der Multicenter Hemophilia Cohort Study (MHCS) und der District of Columbia Gay Cohort Study hin (DCG; Engels et al. J Inf Dis 1999; 180: 1784-1789). Das Risiko eines HIV-Patienten für eine Varizella Zoster-Infektion liegt bei etwa 3-5% pro Jahr, somit 10 bis 20 mal höher als für gesunde Menschen. Dieses Risiko steigt, je niedriger die Helferzellen sind, und bei bereits stattgehabter Zoster-Infektion. In der MHCS und der DCG wurden bei 1218 Patienten von 1984 bis 1997 insgesamt 174 Zoster-Fälle beobachtet (mittlere jährliche Inzidenz 2,5%). In der Kohorte der Hämophilen hatten Kinder und Jugendliche das höchste Risiko für einen Zoster. Dieses Risiko nahm mit dem Alter ab. Wenn die Helferzellen über 200/µl lagen, war das Zoster-Risiko konstant, nahm für Patienten mit weniger als 200 Helferzellen/µl aber stark zu. Während der 14 Jahren Follow-up nahm das Risiko für einen Zoster um 9% pro Jahr ab. Das Risiko nahm dabei trotz eines gleichzeitigen Abfalls der Helferzellen ab. Der Effekt konnte nicht durch den Einsatz von ART oder Aciclovir erklärt werden. Auch der Einsatz von Proteasehemmern in den letzten beiden Jahren des Beobachtungszeitraums zeigte keinen signifikanten Einfluß auf die Entwicklung von Inzidenz und Risiko. Der HIV.NET-Kommentar: Der Trend zu einer Abnahme des Zoster-Risikos mit fortschreitender HIV-Infektion ist schwer zu interpretieren. Möglicherweise sind Patienten in weit fortgeschrittenen Krankheitsstadien und somit dem höchsten Zosterrisiko im Beobachtungszeitraum verstorben. Zweitens, Verbesserungen in der (antiretroviralen) Therapie könnten diesen Trend erklären, obwohl in beiden Kohorten eine Abnahme des Zoster-Risikos bereits vor Einführung von AZT zu beobachten war. Eine dritte Erklärung könnte ein Fehler in der Diagnosestellung bzw. den Berichten der Patienten liegen, obwohl dieser Fehler von den Autoren nahezu ausgeschlossen wird, zumal da ein Zoster von Patienten leicht selbst bermerkt wird. Engels et al. Zoster incidence in human immunodeficiency virus-infecte hemophiliacs and homosexual men, 1984-1997. J Inf Dis 1999; 180: 1784-1789.
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