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Nachrichten 1999 zur Übersicht Einfluß des Ernährungszustandes auf die Progression der HIV-Erkrankung Bonn, 25. Juni 1999 - Es ist bekannt, daß eine Abnahme von Gewicht und Magermasse die Morbidität und Mortalität von AIDS-Patienten erhöhen. Wie Änderungen von Gewicht und Stoffwechsel sich bei Patienten in früheren Krankheitsstadien auswirken, ist relativ wenig bekannt. Dazu werden in Daten in der nächsten Ausgabe von AIDS vorgestellt: 104 asymptomatische HIV-infizierte Männer wurden von April 1993 bis September 1995 (bis Studien mit neuen antiretroviralen Medikamenten begannen) alle 3 Monate untersucht. Die Patienten wurden bis Dezember 1996 beobachtet. Mittels indirekter Kalorimetrie (>Ruheumsatz), Dual-energy-X-ray-Absorptiometrie (DEXA; >Körpermassezusammensetzung) und Untersuchungen der Urinausscheidung von Zuckern (>Dünndarmabsorption) wurden Ernährungszustand und Stoffwechsel beurteilt. Mittels eines Cox's Proportional Hazard Modells wurden die Risiken einer ersten AIDS-Diagnose, Gewichtsverlust oder Tod berechnet. Während des Beobachtungszeitraums entwickelten 31 Patienten ein erstes AIDS-definierendes Ereignis. Dabei waren änderungen des Stoffwechsels nicht mit einer schnelleren Krankheitsprogression verbunden. Wenn aber eine Gewichtsabnahme >5% des üblichen Körpergewichts bzw. des Body Mass Index beobachtet wurden, war das Risiko für eine AIDS-Diagnose erhöht, und zwar unabhängig von der CD4-Zellzahl. Im Rahmen der AIDS-Diagnose wurde eine Abnahme aller Körperkompartimente, der Urinausscheidung von Zuckern sowie eine Zunahme des Ruheumsatzes und der Fettoxidation beobachtet. Die Autoren folgern daraus, daß Ausgangsgewicht und Änderungen des Ernährungszustandes und Stoffwechsels die Krankheitsprogression nicht beeinflussen. Eine Gewichtsabnahme hatte jedoch einen unabhängigen Effekt auf die Progression. Der HIV.NET-Kommentar: HIV-Patienten haben verschiedene Veränderungen ihrer metabolischen Situation: einen erhöhten Ruheumsatz, Verlust der Magermasse, erhöhte Permeabilität des Dünndarms bzw. Malabsorption. Es liegt zwar nahe, daß diese Faktoren eine schnellere Krankheitsprogression bedingen, nach diesen Daten sind diese Veränderungen aber nicht klinisch relevant. Da in dieser prospektiven Studie das Gewicht über einen langen Zeitraum konstant war, sondern erst ca. 6 Monate vor einer AIDS-Diagnose abfiel, vermuten die Autoren, daß der Gewichtsverlust nicht durch die HIV-Infektion per se, sondern durch die entsprechende opportunistische Infektion bedingt sein könnte. Mit anderen Worten: Patienten, bei denen ein Gewichtsverlust >5% des Ausgangsgewichts beobachtet wird, sollten auf eine AIDS-Diagnose hin untersucht werden.
Literatur
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