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Behandlungsoptionen für CMV-Retinitis überprüft.

Berlin, 26. Mai 1999 - Die häufigste Ursache für eine Entzündung der Netzhaut (Retinitis) bei HIV-positiven Menschen ist eine Cytomegalovirus (CMV) Erkrankung. Im Gegensatz zu den nur intra-venös zu verabreichenden Medikamenten Foscarnet und Cidofovir, gibt es den Wirkstoff Ganciclovir außer als Infusion auch in Tablettenform und als Augen-Implantat. Martin und Mitarbeiter untersuchten in einer Placebo kontrollierten Studie verschiedene Therapiestrategien zur Behandlung einer CMV-Retinitis (1).

377 Personen mit AIDS und einer CMV-Retinitis wurden in drei verschiedene Studienarme randomisiert (Ganciclovir-Implantat plus Ganciclovir Tabletten versus Ganciclovir-Implantat plus Placebo versus intra-venöse Gabe von Ganciclovir).

Die Inzidenz einer neuen CMV-Manifestation war nach 6 Monaten mit 19,6% am niedrigsten in der Gruppe, die Ganciclovir als Infusion erhielt (24,2% in dem Arm Ganciclovir-Implantat plus Ganciclovir Tabletten und 44,3% bei Ganciclovir-Implantat plus Placebo). Nach einem Jahr unterschied sich aber die Zeitdauer bis zum Auftreten einer neuen CMV-Manifestation nicht mehr signifikant zwischen den Gruppen, die entweder Ganciclovir in Form einer Infusion oder als Tabletten erhalten hatten. Zusätzlich wurde das Fortschreiten der CMV-Retinitis am anfänglich betroffenen Auge am effektivsten durch ein Ganciclovir-Implantat verhindern.

Die 103 Studienteilnehmer, die eine ART mit Protease-Inhibitoren einnahmen, wiesen unabhängig von der jeweiligen CMV-Therapie, eine deutlich geringere Häufigkeit neuer CMV-Manifestationen auf (ca. 10% in allen Gruppen).

Die Autoren folgern, daß Ganciclovir in Tablettenform, allerdings in einer höheren Dosierung als bisher empfohlen (4,5g täglich !), eine sinnvolle und wirksame Ergänzung zur einer lokalen intra-okulären CMV-Behandlung darstellt.

Kommentar der HIV.NET-Redaktion: Die Bedeutung einer hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART) konnte in der Studie von Martin nur unzureichend untersucht werden, da zu diesem Zeitpunkt (1994-96) Protease-Inhibitoren nur begrenzt zur Verfügung standen. Aber obwohl nur ein Drittel der Studienteilnehmer eine HAART einnahmen, war der klinische Benefit in dieser Gruppe eindeutig. Nach dem heutigen Wissenstand, erscheint deshalb neben der eigentlichen CMV-Behandlung eine wirksame ART unerläßlich, um möglichst lange ein Wiederauftreten der CMV-Erkrankung zu verhindern.

Literatur:

1. Martin DF, Kuppermann BD, Wolitz RA, et al. Oral ganciclovir for patients with cytomegalovirus retinitis treated with a ganciclovir implantat. NEJM 1999; 340 (14): 1063-1070. Abstract

2. Whitley RJ, Holland GN. Cytomegalovirus retinitis- evolving therapies in a new era. NEJM 1999; 340 (14): 1109-1110


 

 
     
 

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