![]() |
Home
Geschichte
|
HIV
Medicine
Wer ?
Was ?
FMI
|
Flying
Publisher
|
|
HIV.NET 2007 Nachrichten HAART Klinik Medikamente Kongressberichte Mailing-Liste
|
Nachrichten 1999 zur Übersicht Viruslast und CD4-Zellen als Surrogatmarker Bonn, 27. April 1999 - HIV-RNA und die CD4-Zellzahlen sind sehr gute unabhängige Marker des klinischen Outcome. Sie werden daher als Surrogatmarker (=Ersatz) für die langfristige Prognose von HIV-Patienten verwendet. Durch die Einführung der antiretroviralen Therapie, die ja einen Einfluß auf genau diese Marker hat, entstand die Frage, ob es weiterhin möglich ist, den langfristigen Krankheitsverlauf vorherzusagen und die beiden Laborparameter als Surrogatmarker des klinischen Outcome zu verwenden. Dazu wurden jetzt Daten aus der DELTA-Studie (Vergleich von AZT-Monotherapie mit AZT+DDI und AZT+DDC) analysiert. [1]1280 Patienten, von denen sowohl mehrere CD4- als auch HIV-RNA-Messungen vorlagen, konnten dabei ausgewertet werden. Mit sehr umfangreichen und aufwendigen statistischen Berechnungen (intention-to-treat Analyse; Cox proportional hazards Modell) wurden die klinischen Endpunkte Tod und Krankheitsprogression (d.h. Auftreten eines AIDS-definierenden Ereignisses) bewertet. Dabei zeigte sich:
Das bedeutet, daß der klinische Nutzen einer antiretroviralen Kombinationstherapie mit AZT+DDI bzw. AZT+DDC durch CD4-Zellzahlen als Surrogatmarker unterschätzt, durch die Viruslast überschätzt wird, genauso wie durch die Verwendung beider Parameter zusammen. HIV.NET-Kommentar: Verschiedene Gründe mögen dafür verantwortlich sein: Es ist leicht vorstellbar, daß eine Änderung der Viruslast innerhalb eines Zeitraums von 3 Monaten Ereignisse, die 3 Jahre später auftreten, nicht vorhersagen kann. Faktoren wie Resistenzentwicklung, Compliance, Unerwünschte Wirkungen bzw. Toxizität der Therapie, Replikation in Virusreservoirs wie Lymphknoten machen die Vorhersage umso schwieriger. Nichtsdestotrotz sind beide Marker unabhängige Prädiktoren der Krankheitsprogression, eignen sich gut für die Prüfung neuer Medikamente und werden weiterhin die besten Marker für die klinische Betreuung der Patienten bleiben.
Literatur
|
|
Wichtiger Hinweis für die Leser
|
||||