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Nachrichten 1999 zur Übersicht Tuberkulose-Kleinepidemien Frankfurt, Bonn, 18. Februar 1999 - In der aktuellen Ausgabe von MMWR [1] wird ueber zwei Ausbrueche von Tuberkulose in kalifornischen Haftanstalten mit Spezialeinrichtungen fuer HIV-infizierte Straeflinge berichtet. Im ersten Fall handelte es sich um einen asymptomatischen Patienten (CD4=6/ l; Tine-Test negativ), der initial eine 1cm grosse Verkalkung im Roentgenbild hatte, dessen Sputumproben aber mikroskopisch und kulturell keinen Hinweis auf das Vorliegen einer Tuberkulose ergaben. Nach verschiedenen Krankheitsphasen zeigte sich im August 1995 ein neu aufgetretenes Infiltrat im Roentgenthorax, Sputumproben waren mikroskopisch positiv fuer saeurefeste Staebchen. In den folgenden 8 Monaten wurde bei 14 weiteren Haeftlingen (einschliesslich 3 Entlassenen) und der HIV-positiven Ehefrau Tuberkulose diagnostiziert. Auch die Tochter der Ehefrau zeigte ein Konversion des Tine-Tests, obwohl sie ihren Vater nicht besucht hatte. Die Uebereinstimmung der M. tuberculosis Isolate wurde mittels DNA-fingerprinting gezeigt. Bei 185 weiteren Haeftlingen, die fuer mindestens einen Tag im gleichen Fluegel mit den erkrankten Haeftlingen untergebracht waren und im Dezember 1995 getestet werden konnten, zeigten drei eine Konversion des Tine-Test, aber keine Erkrankung. Im einem anderen Fall hatte die Indexperson im Januar 1995 einen positiven Tine-Test. Im Dezember musste er wegen Fieber, Husten und eines Infiltrates (Sputum mikroskopisch unauffaellig) in ein Krankenhaus verlegt werden, wo eine HIV-Infektion neudiagnostiziert wurde. Nach Behandlung mit Cotrimoxazol und Prednison unter der Verdachtsdiagnose PCP konnte er in die HIV-Spezialeinrichtung eines anderen Krankenhauses verlegt werden. Ein Roentgen-Thorax am 11.1. war normal. Am 19.1. lagen die Ergebnisse der Kulturen (Sputum und Knochenmark) aus dem Krankenhaus vor und erbrachten den Nachweis von M. tuberculosis. Ein aktueller Roentgen-Thorax zeigte beidseits diffuse Infiltrate. Einen Tag spaeter verstarb der Patient an Miliartuberkulose. In den folgenden 8 Monaten wurde bei 15 weiteren Haeftlingen (einschliesslich 6 Entlassenen) Tuberkulose diagnostiziert. Auch hier wurde die UEbereinstimmung der Staemme mit DNA-fingerprinting ueberprueft. 25 Tine-Test Konversionen wurden beobachtet. In diesem Fall kam es ebenfalls zu einer UEbertragung auf das Umfeld: Zwei Kinder und ein Erwachsener, die mit einem Entlassenen zusammen lebten zeigten Konversionen des Tine-Tests. Unter den Angestellten der Haftanstalten, die Kontakt mit den Indexpersonen hatten, wurden im ersten Fall 9 Tine-Test Konversionen (2,8% bei 319 Personen), im zweiten Fall 11 Konversionen (4,9% bei 223 Personen) beobachtet. Keine dieser Personen erkrankte klinisch an Tuberkulose.
Kommentar der HIV.NET-Redaktion Es ist daher wichtig zu wissen, dass die CDC fuer den Fall, dass eine Tuberkulose diagnostiziert wird, empfiehlt, dass alle HIV-positiven Kontaktpersonen mit positivem Tine-Test eine Prophylaxe erhalten sollten [2]. Diese Prophylaxe sollte unabhaengig vom Ergebnis des Tine-Tests durchgefuehrt werden, wenn der Patient anamnestisch eine Tuberkulose hatte, und eventuell auch auf Tine-negative HIV-infizierte Patienten ausgedehnt werden [ 3].
Literatur
2. CDC. 1997 USPHS/IDSA guidelines for the prevention of
opportunistic infections in persons infected with human
immunodeficiency virus. MMWR 1997; 46(no. RR-12).
3. CDC. Prevention and treatment of tuberculosis among patients
infected with human immunodeficiency virus: principles of therapy
and revised recommendations. MMWR 1998: 47(n. RR-20).
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