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Nachrichten 1998 zur Übersicht Todesfall nach Ritonavir + Ecstasy Frankfurt, 8. Dezember 1998 - Die gleichzeitige Einnahme von Ritonavir und 3,4-Methylendioxymethamphetamin (MDMA, "Ecstasy") kann zu deutlich erhöhten Plasmaspiegeln von MDMA führen. Dies wird in einem jetzt im Lancet publizierten Fall mit tödlichen Ausgang beschrieben. [1]
Der 32-jährige Mann wurde im September 1996 auf eine 3fach-Kombination mit Ritonavir umgestellt. 2 Wochen später nimmt er in einem Club eine geschätzte Dosis von 180 mg MDMA ein. Augenzeugen berichten über gleichzeitigen Alkoholkonsum. Nach 4 Stunden fühlt der Mann sich krank, und er ist - wie eine Krankenschwester feststellt - hyperton, hat diffuse Schweißausbrüche, ist kurzatmig (45 Atemzüge pro Minute), tachykard (140/Min) und zyanotisch, zu diesem Zeitpunkt jedoch noch voll ansprechbar. Eine halbe Stunde später tritt ein tonisch-klonischer Krampf auf. Die Tachykardie beträgt nun 200 Schlägen/Minute. Wenige Minuten darauf hat der Mann einen Herz-Kreislauf-Stillstand und kann nicht reanimiert werden. Bei der folgenden toxikologischen Untersuchung wird im Blut eine MDMA-Konzentration von 4.56 mg/L gemessen. Dies entspricht etwa dem 10fachen der Konzentration von etwa 0.5 mg/L, die man nach Einnahme von 180 mg MDMA erwarten würde.Die im vorliegenden Fall gemessenen MDMA-Konzentrationen müssen nicht in jedem Fall lebensbedrohlich sein - in einem Fall wurden durch 7.72 mg/L lediglich leichte Symptome hervorgerufen - können aber in anderen Fällen (beschrieben ist ein Patient mit 4.05 mg/L!) zu lebensgefährlichen Komplikationen führen. [2] Ritonavir interagiert mit zahlreichen Medikamenten, die über CYP2D6 abgebaut werden. [3] Dazu zählen auch Amphetamin-Derivate. Patienten, die mit Ritonavir behandelt werden, müssen ausdrücklich auf diesen Umstand hingewiesen werden.
Literatur
2. Roberts L, et al.
Survival following intentional massive overdose of 'Ecstasy'.
J Accid Emerg Med 1994;11:53-4.
3. Barry M, et al.
Protease inhibitors in patients with HIV disease. Clinically important pharmacokinetic considerations.
Clin Pharmacokinet 1997;32:194-209.
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