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Nachrichten 1998 zur Übersicht Mega-HAART Frankfurt, 30. Oktober 1998 - Die praktische Durchführbarkeit von Mega-HAART-Regimen, Intensiv-Therapieschemata mit 5 bis 9 Medikamenten, ist jetzt auch von einer kanadischen Arbeitsgruppe untersucht worden (siehe weiter unten Abstract mit zum Teil abweichenden Zahlen von der Kongreßpräsentation). Mega-HAART-Regime sehen vor, bei Patienten, die über mehrere Jahre eine Vielzahl von antiretroviralen Substanzen erhalten haben und die nach gängigen Maßstäben als "austherapiert" gelten, eine Suppression der Virusreplikation durch einen Cocktail von bis zu 9 Medikamenten zu erreichen.
Die Gruppe um Montaner präsentierte auf der diesjährigen ICAAC die Daten von 83 Patienten, die 36 Monate lang vorbehandelt waren (medianer Wert; Bereich: 22 bis 51 Monate) und dabei 5 bis 7 verschiedene antiretrovirale Medikamente erhalten hatten. Etwa die Häfte der Patienten war naiv für NNRTI (nichtnukleosidische Inhibitoren der reversen Transkriptase wie Efavirenz, Nevirapin und Delavirdin).Kommentar: Etwas günstigere Zahlen waren schon im Sommer von Schlomo Staszewski von der Frankfurter Universitätsklinik auf dem 12. Internationalen AIDS-Kongreß in Genf präsentiert worden. Von 37 Patienten, die mit 6 bis 8 Medikamenten behandelt worden waren, erreichten 26 eine Viruslast von weniger als 500 Kopien/ml und 11 eine Viruslast von weniger als 50 Kopien/ml erreicht. Wie nicht anders zu erwarten, sind derart aufwendige Therapieschemata (meist komplizierte Tabletteneinnahme, höhere Inzidenz von Nebenwirkungen) nur bei besonders motivierten Patienten durchführbar und auch in diesen Fällen zeitlich limitiert. In vielen Fällen kommt es nach Absetzen oder auch nur nach Vereinfachung der Therapie zu einem erneuten Anstieg der Viruslast. Es versteht sich von selbst, daß Mega-HAART nur von sehr erfahrenen Ärzten an spezialisierten Zentren durchgeführt werden kann. Eine definitive Einschätzung dieser Therapieform dürfte im Laufe des nächsten Jahres möglich werden. Siehe auch die HIV.NET-Nachricht vom 12. Juni: Extremoptionen bei "Therapieversagen"? .
Literatur
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Wichtiger Hinweis für die Leser
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