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Nachrichten 1998 zur Übersicht Spontanblutungen durch Ritonavir bei Hämophilem Frankfurt, 29. Oktober 1998 - Die Einnahme von Ritonavir wird nun auch mit Spontanblutungen bei einem hämophilen Kind in Verbindung gebracht. Bei dem von zwei Ärzten aus San Antonio beschriebenen Fall handelt es sich um einen 15-jährigen Jungen mit einer Faktor VIII-Restaktivität von unter 1%, der von 1991 bis 1996 zunächst nur mit AZT, später mit AZT/DDC behandelt worden war (Pediatr Infect Dis J 1998; 17: 872-880). 1994 war die letzte Spontanblutung aufgetreten. Ende 1996 wurde die antiretrovirale Behandlung auf AZT+3TC+Ritonavir umgestellt. Während der 12 Wochen, in denen diese Therapie durchgeführt wurde, traten 7 Spontanblutungen auf, die mit zusätzlichen Faktor VIII-Gaben behandelt werden mußten. Die erste Blutung trat eine Woche nach der ersten Ritonavirgabe auf. Nach 12 Wochen - die Viruslast war in der Zwischenzeit auf Werte von <200 Kopien/ml gesunken - wurde Ritonavir durch Nevirapin ersetzt. Daraufhin stieg die Viruslast wieder an, und auch die zuvor gestiegenen CD4-Zellwerte fielen ab. Auch Nevirapin wurde daher abgesetzt und statt dessen eine Behandlung mit Nelfinavir begonnen. Unter der neuen Dreifachkombination (AZT+ 3TC+Nelfinavir) fiel die Viruslast erneut ab. Blutungen traten nicht mehr auf.
Kommentar der HIV.NET-Redaktion
Die Produktion von Ritonavir-Kapseln wurde im Sommer 1998 wegen Qualitätsmängel eingestellt (Auskristallisierung des Medikamentes, daher geringere Löslichkeit, daher geringere Bioverfügbarkeit, daher geringere Wirksamkeit und schließlich schnellere Resistenzentwicklung (!); siehe auch die HIV.NET-Nachricht vom 25. Juli). Weiterführende Literatur
1. Mueller BU, et al.
A phase I/II study of the protease inhibitor ritonavir in children with human immunodeficiency virus infection. Pediatrics 1998; 101: 335-43.
2. Rutstein RM, et al.
Protease inhibitor therapy in children with perinatally acquired HIV infection.
AIDS 1997; 11: F107-11.
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Wichtiger Hinweis für die Leser
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