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Nachrichten 1998 zur Übersicht WHO-Empfehlung zur Prophylaxe der vertikalen HIV-Transmission in Entwicklungsländern Frankfurt, 21. Oktober 1998 - Die WHO hat Empfehlungen zur Prophylaxe der Mutter-Kind-Übertragung von HIV in Ländern mit unzureichenden ökonomischen Resourcen veröffentlicht [1]. HIV-positive Schwangere sollten danach ab der 36 Schwangerschaftswoche zweimal täglich 300 mg AZT per os erhalten. Zwischen Wehenbeginn und Entbindung würden 300 mg alle 3 Stunden verabreicht. Wenn möglich, sollte das Kind nicht gestillt werden [2]. Die Autoren der Empfehlung räumen jedoch ein, daß diese Forderung vielerorts an Geldmangel scheitert oder durch soziale Gegebenheiten erschwert wird (z. B. Nicht-Stillen = Sich als HIV-infiziert outen!). Außerdem betonen sie, daß auch diese Minimalprophylaxe nur dort durchführbar ist, wo eine Minimallogistik für eine adäquate Betreuung von HIV-positiven schwangeren Frauen vorhanden ist.
Die WHO-Empfehlung gründet auf den Erfahrungen der ACTG 76-Studie [3] und auf Ergebnissen einer thailändischen Studie, in der mit dem oben angegebenen Behandlungsschema die materno-fetale HIV-Transmission um etwa 50% gesenkt wurde. In den Industrieländern ist, wie Anfang der 90er Jahre durch die ACTG 76-Studie demonstriert wurde, allein durch eine Monotherapie mit AZT eine Reduktion der vertikalen Transmissionsrate um mindestens zwei Drittel möglich. Im Gegensatz zu dem nun für Entwicklungsländer empfohlenen Prozedere zielt hier die (deutlich teurere) Intervention auf jeden denkbaren Übertragungszeitpunkt vor, unter und nach der Geburt ab. In Deutschland wird derzeit mit jährlich 10 bis 30 Neuinfektionen bei Neugeborenen gerechnet. Siehe hierzu auch die HIV.NET-Nachricht vom 29. 6.: Nur noch selten HIV-Übertragung auf Neugeborene ).
Literatur
2. Tess BH, et al.
Infant feeding and risk of mother-to-child transmission of HIV-1 in Sao Paulo State, Brazil.
Sao Paulo Collaborative
Study for Vertical Transmission of HIV-1.
J Acquir Immune Defic Syndr Hum Retrovirol 1998; 19:189-94.
3. Connor EM, et al.
Reduction of maternal-infant transmission of human immunodeficiency virus type 1 with
zidovudine treatment. Pediatric
AIDS Clinical Trials Group Protocol 076 Study Group.
N Engl J Med 1994; 331:1173-80.
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