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Therapieziel: <20 Kopien

Frankfurt, 16. Oktober - Wie wichtig es ist, die Viruslast auf sehr niedrige Werte zu senken, um längerfristig die HIV-Replikation zu unterdrücken, wurde kürzlich noch einmal von einer internationalen Studiengruppe um Julio Montaner hervorgehoben [1]. Die besten Langzeitergebnisse wurden bei Patienten erzielt, die eine Viruslast von weniger als 20 Kopien/ml erreichten. Die in der Zeitschrift AIDS publizierten Daten waren - zusammen mit denen aus anderen Studien - Grundlage für die im Juli von der Internationalen AIDS-Gesellschaft formulierte Empfehlung [2], eine antiretrovirale Behandlung nur mit ultrasensitiven Methoden zur Viruslastbestimmung zu kontrollieren.

Die vorgestellten Daten stammen aus einer Gruppe von 150 therapienaiven Patienten, die mit einer von drei Kombinationen behandelt worden waren: 1) AZT/Nevirapin, 2) AZT/DDI und 3) AZT/DDI/Nevirapin. 104 Patienten hatten vor Therapiebeginn eine Viruslast>500/ml und während der Behandlung einen Nadir (der niedrigste einer Reihe von Werten) von <500/ml. Diese Gruppe hatte als Ausgangswerte eine Viruslast von 4.3 log10 Kopien/ml und eine CD4-Zellzahl von 379/µl (mediane Werte). Die Zeit bis zu einer Viruslast von weniger als 500 Kopien/ml betrug 14 Tage und blieb 85 Tage lang unter 500/ml (mediane Werte).

56 der Patienten aus dieser Gruppe erreichten während der Behandlung eine Viruslast von weniger als 20 Kopien/ml. Es vergingen 84 Tage, bis dieser Wert erreicht war, und er wurde 137 Tage lang gehalten (mediane Werte). Siehe Tabelle 1 zur Übesicht.

Tabelle 1
Viruslastsenkung unter den Grenzwert vonnTage bis Erreichen des Grenzwertes (in Klammern der Bereich)Tage unter dem Grenzwert (in Klammern der Bereich)
500 Kopien/ml10414 (7-195)85 (1-577)
20 Kopien/ml5684 (7-252)137 (1-547)

Des weiteren untersuchten die Autoren eine Subgruppe von 125 Patienten, die vor Studienbeginn eine Viruslast von >5000/Kopien/ml und während der Behandlung Werte von weniger als 5000 Kopien/ml erreichten. Wie aus der folgenden Graphik hervorgeht, hatten nur Patienten, die während der Behandlung eine Viruslast von weniger als 20 Kopien/ml erreichten, auch nach 28 Behandlungswochen eine hohe Wahrscheinlichkeit, weniger als 5000 Kopien/ml zu haben. In den beiden anderen Gruppen (20-400 und >400 Kopien/ml) hatten zuletzt nur noch 20 bis 30% der Patienten eine Viruslast von weniger als 5000 Kopien/ml.

Graphik 1

Wahrscheinlichkeit, eine Viruslast unter 5000/ml zu
haben in Abhängigkeit vom VL-Nadir


Kommentar der HIV.NET-Redaktion:

Die allgemeine Schlußfolgerung, daß nur eine Viruslastsenkung auf extrem niedrige Werte zu einer langfristigen und deutlichen Reduktion der Virusvermehrung führen kann, ist unbestritten. Bei Patienten, die eine antiretrovirale Therapie beginnen, sollten nur ultrasensitive Methoden zur Bestimmung der Viruslast eingesetzt werden.

Dennoch sind in der heutigen Behandlungspraxis vermutlich bessere Ergebnisse zu erreichen als die, die in der Studie vorgestellt wurden. In den drei Behandlungsarmen erreichten nur jeweils 0% (AZT/Nevirapin), 6% (AZT/DDI) und 45% der Patienten (AZT/DDI/Nevirapin) zu irgendeinem Zeitpunkt eine Viruslast von unter 20 Kopien/ml. Diese Prozentzahlen sind schlecht - erwartungsgemäß schlecht bei Zweifachkombinationen oder einer Dreifachkombination der zweiten Wahl. Mit Standardkombinationen sind bessere Ergebnisse zu erzielen.

Literatur
1. Raboud JM, et al. Suppression of plasma viral load below 20 copies/ml is required to achieve a long-term response to therapy. AIDS 1998; 12:1619-24.
Abstract

2. CARPENTER CC, Fischl MA, Hammer SM, et al. Antiretroviral therapy for HIV infection in 1998: updated recommendations of the International AIDS Society-USA Panel. JAMA 1998;280:78-86.
Abstract


 

 
     
 

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