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Nachrichten 1998
zur Übersicht
Treffen der Efavirenz-Prüfärzte
von Dr. med. Jan-Christian Wasmuth
Universitätsklinik Bonn
Bonn,
9. Oktober -
Bei einem Treffen der deutschen Prüfärzte für Efavirenz
(siehe auch die HIV.NET-Nachricht vom 22. September)
am vergangenen Wochenende
stand der persönliche Erfahrungsaustausch
im Mittelpunkt der Diskussionen. Dabei wurde deutlich, daß auch die "praktischen"
Erfahrungen im Rahmen des expanded access-Programms
vielversprechend sind. In Deutschland sind etwa 750 Patienten in das
Programm aufgenommen
worden. Die Erfahrungen, die dabei von den Prüfärzten gesammelt
wurden, stellen sich folgendermassen dar:
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Es handelt sich bei Efavirenz um eine gut verträgliche Substanz.
Die wichtigsten Nebenwirkungen sind ein Arzneimittelexanthem und die
bekannten ZNS-Symptome wie Schwindel, Benommenheit, psychische
Veränderungen.
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Im Falle eines Arzneimittelexanthems wurde Efavirenz in der Regel
nicht abgesetzt, sondern unter engmaschiger Kontrolle (evtl. unter
Gabe von Antihistaminika) weiterbehandelt. Es wurde aber gewarnt, das
Exanthem als harmlos abzutun oder zu unterschätzen. Auch sehr schwere
Verläufe bis hin zu einem Steven-Johnson-Syndrom wurden beobachtet.
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Die ZNS-Nebenwirkungen treten möglicherweise gehäuft bei Beikonsum
von Ecstasy oder Koks auf. Auftretende Schlafstörungen lassen sich
gut mit Schlafmitteln kupieren. Bei psychischen Alterationen wurden
teilweise Psychopharmaka erfolgreich eingesetzt.
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Es herrschte Übereinstimmung, daß die Aufklärung über die
Nebenwirkungen sehr umfassend und eher "aggressiv" sein sollte. Der
positive Effekt, wenn die Nebenwirkungen nicht oder nur milde
aufträten, überwögen das Risiko, die Compliance zu gefährden. In die
Aufklärung sollte auch die mögliche Interaktion zwischen Efavirenz
und Alkohol und die möglichen Gefährdungen im Strassenverkehr
einbezogen werden.
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Im Gegensatz zu den Zulassungsstudien wurde Efavirenz im Rahmen des
expanded access-Programms vorwiegend in Salvage-Therapien eingesetzt.
Auch hier beobachteten die Prüfärzte überwiegend eine sehr gute
Wirksamkeit des Präparates.
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Trotz des guten Eindrucks, den Efavirenz macht, bestand Einigkeit
unter den Prüfärzten, daß der Stellenwert des Medikamentes noch nicht
festzulegen sei. Insbesondere sollte derzeit noch Zurückhaltung
bezüglich des Einsatzes von Efavirenz als First-Line Therapie geübt
werden. Die große Potenz lasse zwar einen Einsatz als First-Line
Therapie möglich erscheinen, die Erfahrungen mit den
Proteaseinhibitoren habe jedoch gezeigt, daß sich das Bild innerhalb
kurzer Zeit ändern könne.
Wie DuPont Pharma mitteilte, beginnen derzeit mehrere Studien, um
Wirksamkeit und Verträglichkeit von Efavirenz in verschiedenen
Kombinationstherapien zu testen.
Da Efavirenz am 18. September in den USA zugelassen wurde und jetzt
über Apotheken beschafft und verordnet werden kann, wird auch das
expanded access-Programm beendet. Bis Mitte Oktober wird noch
Studienmedikation geliefert. In Einzelfällen soll (z. B. bei fehlendem
Versicherungsschutz) eine weitere kostenlose Lieferung über dieses
Datum hinaus erfolgen.
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