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Schlechtere Prognose durch Kaposi-Sarkom?

Frankfurt, 2. Oktober - Patienten mit einem Kaposi-Sarkom (KS) haben möglicherweise ein höheres Risiko, an opportunistischen Infektionen (OI) zu erkranken und eventuell auch eine geringere Lebenserwartung als Patienten mit einer vergleichbaren immunologischen Ausgangslage, die nie ein Kaposi-Sarkom entwickeln. Dies geht aus einer retrospektiven Untersuchung hervor, die kürzlich von Mitarbeitern der Frankfurter Universitätsklinik veröffentlicht wurde.

Die Studie vergleicht den klinischen Verlauf von Patienten, die zwischen 1984 und Januar 1997 an einem KS erkrankten. Ausgeschlossen wurden Patienten mit weniger als 25 CD4-Zellen bei der Diagnose und Patienten, die weniger als 90 Tage überlebten. Jedem KS-Patienten wurde nach einem Zufallsverfahren ein Vergleichspatient zugeordnet, der

  • nie an einem KS erkrankte und
  • zum Zeitpunkt der KS-Diagnose (+/- 6 Monate) eine vergleichbare CD4-Zellzahl (+/- 25) hatte.
Beide Gruppen mit je 241 Patienten waren hinsichtlich der Basisvariablen vergleichbar (Alter, Anzahl vorausgegangener opportunistischer Erkrankungen (15.2% in der KS-Gruppe, 21.2% in der Vergleichsgruppe), antiretroviral behandelte Patienten (70.5% versus 75.5%), Patienten mit PCP-Prophylaxe (63.1% versus 68.9%)). Die mediane CD4-Zahl bei KS-Diagnose betrug 185/µl, die der Vergleichsgruppe bei Beobachtungsbeginn 184/µl.

Ergebnisse:
1. Patienten der KS-Gruppe hatten 349 OI-Episoden in 5863 Beobachtungsmonaten (5.95 Episoden pro 100 Beobachtungsmonate), Patienten der Vergleichsgruppe hatten 281 OI-Episoden in 7245 Beobachtungsmonaten (3.88 Episoden/100 Monate).
2. In der KS-Gruppe waren zum Ende der Studie 70%, in der Vergleichsgruppe 55% der Patienten verstorben. Die Zweijahresüberlebensrate betrug 49% in der KS-Gruppe und 63% in der Vergleichsgruppe, die Dreijahresüberlebensrate 31% bzw. 48%.

Die Autoren diskutieren abschließend die Frage, ob das humane Herpesvirus 8 (HHV-8), das vermutlich der infektiöse Kofaktor bei der Entstehung des Kaposi-Sarkoms ist, ursächlich auch zu dem akzelerierten Verlauf der HIV-Infektion bei KS-Patienten beitragen könnte.

Kommentar der HIV.NET-Redaktion:
Die Daten der Studie stammen aus einer Zeit, in der eine wirksame antiretrovirale Therapie nicht möglich war. Es ist daher vermutlich nicht ohne weiteres möglich, die Ergebnisse der Studie auf die Situation in der Klinik von heute anzuwenden. Die Frage, ob das Vorhandensein eines KS eine schlechtere Prognose begründet, sollte künftig dennoch untersucht werden.


 

 
     
 

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