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Nachrichten 1998 zur Übersicht Abacavir und Amprenavir Frankfurt, 30. September - Abacavir (ABC), ein Inhibitor der reversen Transkriptase (RTI), der voraussichtlich in den nächsten Wochen zugelassen wird (siehe die HIV.NET-Nachricht vom 6. Juli), und Amprenavir (APV), ein Proteaseinhibitor, dessen Zulassung für 1999 vorgesehen ist, scheinen synergistische Wirkungen zu haben. Dies geht aus Untersuchungen hervor, die kürzlich publiziert (siehe weiter unten: DRUSANO GL, D'Argenio DZ, Symonds W, et al.) und - nun vervollständigt - auf der ICAAC in San Diego vorgestellt wurden. Danach ergäben sich - überraschend? - bei Amprenavir die größten Synergieeffekte mit Abacavir, weniger mit DDI und deutlich weniger mit AZT. Abacavir hätte die beste synergistische Wirkung mit Amprenavir, eine geringere mit Ritonavir und keine mit Indinavir. Abacavir ist nach den bislang vorliegenden Daten der RTI, mit dem als Einzelsubstanz die größten Viruslastsenkungen erreicht wurden. Über die Kombination Abacavir/Combivir berichteten wir bereits am 3. März. Auf dem Genfer Kongreß wurden kürzlich vorläufige Daten aus klinischen Untersuchungen auch zu Abacavir/Amprenavir vorgestellt (Poster 12204: Combination Abacavir/Amprenavir Therapy in HIV-1 Infected Antiretroviral-Naive Subjects with CD4+ Counts >400 cells/µl and Viral Load >5000 copies/mL). Von den ursprünglich 48 Patienten mit relativ guter immunologischer Ausgangslage (mediane CD4-Zellzahl: 756/µl; HIV-RNA: 4.42 log) brachen 7 Patienten die Studie ab, u.a. 2 wegen Exanthem, 2 wegen psychologischer Probleme, 1 wegen Verdacht auf Pankreatitis. Von den verbleibenden 41 Patienten waren nach 24 Wochen 28 auswertbar, und knapp unter 80% hatten eine Viruslast unter 50 Kopien/ml. Die Viruslast wurde im Mittel um mehr als 3 log-Stufen gesenkt. Abacavir wird täglich mit 2 x 300 mg (2 x 1 Tabl. zu 300 mg) und Amprenavir mit 2 x 1200 mg (2 x 8 Kaps. zu 150 mg) dosiert. Der künftige Stellenwert dieser Kombination (ausreichend als Zweierkombination? wenn ja, in welcher Patientengruppe? oder: besser nur in Kombination mit weiteren Substanzen?) muß aber noch in Studien definiert werden. Abacavir kann bei 3 bis 5% der Patienten ein Überempfindlichkeitssyndrom hervorrufen (siehe Bericht vom 3. März). Die Nebenwirkungen von Amprenavir sind vorwiegend gastrointestinaler Art. Siehe zu Amprenavir auch den Beitrag vom 24. Februar.
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