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Nachrichten 1998 zur Übersicht Übertragung resistenter HIV-Varianten Frankfurt, 8. Juli - Bei HIV-Neuinfektionen werden schon heute in einem kleinen Prozentsatz multiresistente HI-Viren übertragen. Entsprechende Untersuchungsergebnisse wurden nun auf dem 2. Internationalen Workshop über HIV-Medikamentenresistenzen und Behandlungsstrategien, der wenige Tage vor dem Genfer Kongreß am Lago Maggiore stattfand, vorgestellt. Eine Untersuchung von Virusisolaten von 67 Patienten während der ersten 3 Monate nach der Serokonversion ergab, daß bei 5 Patienten (7.5%) Mutationen der reversen Transkriptase vorhanden waren, die mit einer Resistenz gegen AZT einhergehen. Ein weiteres Isolat hatte Mutationen, die das Virus resistent gegen DDC, 3TC und Nevirapin machen. 12 Monate nach der Serokonversion (und ohne Therapie) war zwar auch bei Patienten mit initialen Resistenzmutationen ein AZT-sensibler HIV-Genotyp vorherrschend. Dennoch ist nicht auszuschließen, daß in diesen Fällen bei einer späteren Behandlung eine Resistenz schneller auftritt als bei Patienten, bei denen primär sensible HIV-Stämme übertragen wurden. Auf dem Genfer Kongreß wurde ferner von Patienten berichtet, die sich jüngst mit HIV-Isolaten infizierten, bei denen Resistenzmutationen sowohl in der reversen Transkriptase als auch in der HIV-Protease nachgewiesen wurden. Nach dieser Untersuchung rechnet man in San Francisco schon heute bei Neuinfektionen mit Mutationen der reversen Transkriptase und der Protease in einer Häufigkeit von 16% bzw. 8%. In ausgesuchten Patientenpopulationen könnte daher künftig vor Beginn einer Therapie ein Resistenztest indiziert sein. Weitgehend übereinstimmend wurden diese Ergebnisse dahingehend diskutiert, daß jegliche Form der Entwarnung, die seit Einführung der Protease-Inhibitoren gelegentlich zu hören ist ("HIV ist jetzt ja behandelbar!" inkl. dem laxem Umgang mit den allgemein akzeptierten Empfehlungen zur Vermeidung einer HIV-Infektion), ungerechtfertig ist. Antony Fauci vom NIH: "Tatsächlich - und glücklicherweise! - ist die HIV-Infektion heute behandelbar, doch wer sich heute mit HIV infiziert, hat möglicherweise schlechtere Startbedingungen als jemand, der sich vor 10 Jahren infizierte."
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