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Nevirapin in Deutschland zugelassen

Frankfurt, 18. März - Nevirapin ist seit dieser Woche in Deutschland zugelassen. Das Medikament ist ein Non-Nukleosid-Inhibitor der reversen HIV-Transkriptase (NNRTI). Die anderen Medikamente dieser Substanzklasse sind entweder nur in den USA zugelassen (Delavirdin) oder stehen noch zur Zulassung an (Efavirenz). Nevirapin darf nur in Kombination mit anderen antiretroviralen Medikamenten gegeben werden, weil sich unter einer Monotherapie sehr schnell resistente HIV-Stämme bilden.

Die meisten Erfahrungen wurden bisher mit Kombinationen von Nevirapin und zwei Nukleosid-RT-Inhibitoren (RTI; z. B. D4T, DDI, 3TC) gemacht. Obwohl Standard der HIV-Therapie die Kombination von zwei RTI und einem Proteasehemmer ist, sind Kombinationen von zwei RTI und Nevirapin eine mögliche Alternative bei asymptomatischen Patienten, die einerseits eine Behandlung wünschen, andererseits aber die zum Teil komplexen Therapieschemata mit Proteasehemmern auf einen späteren Zeitpunkt verschieben möchten.

Der Einsatz von Nevirapin in Kombinationen, die auch Proteaseinhibitoren enthalten, ist derzeit noch unzureichend untersucht. Insbesondere sind noch die Auswirkungen einer Reihe von Wechselwirkungen unklar (niedrigere AUC von Inidinavir und Saquinavir).

Nevirapin wird von einigen Zentren im Rahmen von Einmaldosierungs-Studien geprüft. In diesen Studien wird die antiretrovirale Wirkung von Medikamentenkombinationen (unter anderen DDI+3TC+Nevirapin) untersucht, die nur einmal pro Tag gegeben werden. Ziel dieser Untersuchungen ist es, eine Therapiealternative für Patienten zu finden, die – wie z. B. methadonsubstitutierte Patienten – erfahrungsgemäß Compliance-Probleme haben.

Die wichtigste Nebenwirkung von Nevirapin ist ein Hautausschlag. Er tritt meist in den ersten Therapiewochen auf. Vor allem wenn der Hautausschlag sehr ausgeprägt ist oder mit systemischen Symptomen (Fieber, Übelkeit, starke Bläschenbildung) auftritt, muß Nevirapin SOFORT abgesetzt werden, weil sonst lebensbedrohliche Komplikationen auftreten können. Nevirapin kann ferner Leberentzündungen verursachen. Aus diesem Grund sind in den ersten zwei Monaten der Therapie regelmäßige Laborkontrollen notwendig.

Zwischen allen NNRTI (Nevirapin, Delavirdin, Efavirenz) besteht eine ausgeprägte Kreuzresistenz. Virusstämme, die gegen ein Medikament dieser Medikamentenklasse resistent geworden sind, sind meist auch gegen die beiden anderen Medikamente resistent.

Weitere Informationen siehe unter http://hiv.net/2010/drugs/nevira.htm.


 

 
     
 

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