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PEP nach Sex

Frankfurt, 16. Februar - Eine medikamentöse Post-Expositions-Prophylaxe (PEP) nach HIV-Exposition durch Nadelstichverletzungen wird heute von vielen Behandlern empfohlen. Kontrovers hingegen wird diskutiert, ob eine PEP auch nach sexueller Exposition durch einen HIV-positiven Partner (rupturiertes Kondom; keine Kondome benutzt etc.) durchgeführt werden soll. In einer PEP-Empfehlung der Deutschen AIDS-Gesellschaft (DAIG), die in den nächsten Wochen zur Veröffentlichung ansteht, wird mangels Konsens eine PEP nach ungeschütztem Sex nicht empfohlen.

Gegner der PEP führen an,

  • daß ihr Nutzen nicht erwiesen ist,
  • daß es im Einzelfall schwierig sein kann zu entscheiden, ob mit einer HIV-Übertragung gerechnet werden muß, so zum Beispiel wenn überhaupt nur die Vermutung besteht, daß der Partner evetuell HIV-positiv war,
  • daß daher am Ende viele Menschen unnötig mit antiretroviralen Medikamenten behandelt werden,
  • daß die Kenntnis um die allgemeine Verfügbarkeit einer Prophylaxe zu vermehrtem Risikoverhalten führen kann und
  • daß eine PEP, die einen Monat lang durchgeführt werden sollte, 2000 DM kostet.
Eine französische Studie, die auf dem Chicago-Kongreß vorgestellt wurde (Abstract 136), dokumentiert nun die Durchführbarkeit eine PEP. Die wichtigste Information: die monatliche Zahl der PEP's war über 6 Monate lang konstant, die Verfügbarkeit der PEP führte also nicht zu einer stetig wachsenden Nachfrage.

67 von 78 Patienten, die sich beraten ließen, gaben eine mögliche HIV-Übertragung wegen eines rupturierten Kondoms (47) oder nach ungeschütztem Sex (19) an. 48 Patienten wurden schließlich behandelt. 31 der 48 führten die Prophylaxe einen Monat lang durch. Serokonversionen wurden nicht beobachtet.


 

 
     
 

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