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HIV.NET-Geschichte in Screenshots


1996


Erinnern Sie sich noch? Das Logo der vier ersten HIV.NET-Jahre. Platziert - wo sonst? - auf grauem Bildschirmhintergrund. Mausgrau war im Frühjahr 1996 trendy, schrill und mega-in. Mausgrau war Internet.


Die Ästhetik? Lausig. Das Design? Grottenschlecht. Dennoch gab es Lob, wie Auszüge aus dem Gästebuch 1996 belegen. Denn es war Steinzeit, und die Webseiten deutscher Automobilhersteller waren damals Logstufen schlechter!

Nicht weit weg von der Steinzeit war im Übrigen auch die HIV-Therapie. Wenn Sie auf den Screenshot klicken, sehen Sie am unteren Bildschirmrand Didaktikfrage Nr. 17:

"Wußten Sie schon, daß der Protease-Inhibitor Indinavir vor kurzem auch in Deutschland zugelassen wurde?"


 
1997

Im Herbst 1997 geht der HIV.NET-Literaturdienst ans Netz. Er war entstanden aus der Arbeit an dem Jahrbuch AIDS 1991 ff. Die Literaturlisten in AIDS 1991 und den 9 Folgebänden wurden von Anfang an per Computerprogramm erstellt. Auch bei HIV.NET 2003 kommt dieses Programm wieder zum Zug.


 
1998

Erweiterung des HIV.NET-Literaturdienstes auf 33 Themen und Start unter einem neuen Namen: Amedeo.

Amedeo gehört heute weltweit zu den bekanntesten deutschen Internetseiten (siehe Weltkarte und Europakarte). In der Medizin ist er die Nummer Eins.

Der Grund für den Erfolg? Amedeo spart Zeit - für Forscher mit multiplen Deadlines und für gehetzte Klinikärzte ein unschätzbares Gut.


Webdesign: Handgemacht. Kommentare: "Zwei Jahre nach der Mausgrau-Ära kaum noch erlaubt."


 
1998 bis

In einem großen deutschen Nachrichtenmagazin heißt es:

"Der beste Einstiegspunkt in deutscher Sprache ist das HIV.NET".

Kein Wunder. Von Anfang an stand in HIV.NET ein komplettes Mediziner-Lehrbuch: 464 Seiten im Jahre 1996, jährlich aktualisiert, 650 Seiten im Jahre 2000.

Und natürlich kostenlos. Wie, bitte schön, auch sonst?!


 
2000

Durch die Arbeit an Amedeo entsteht Free Medical Journals. Der einleitende Satz "Within the next three years, the most important medical journals will be available online, free and in full-text.", bemisst den Zeitraum etwas zu knapp, doch die Grundaussage gilt noch heute:

Entweder machen die Verlage von medizinischen Fachzeitschriften den Zugang zu ihren Publikationen allgemein und kostenlos zugänglich (spätestens 3 bis 6 Monate nach Veröffentlichung der Artikel) oder sie werden langfristig untergehen. Der Trend geht nach wie vor in Richtung Open Access. Wissenschaftler schreiben für Wissenschaftler, und das früher notwendige "Outsourcing" von Herstellung und Vertrieb ihrer Forschungsergebnisse an Medizinverlage macht im Zeitalter des Internets wenig Sinn - es sei denn, die Artikel werden großzügig zugänglich gemacht. Open Access für medizinische Fachliteratur wird das gängige Vertriebsmodell verdrängen, so sicher wie das Automobil die Pferdekutsche verdrängt hat.

"FMJ", wie Free Medical Journals auch genannt wird, ist heute in der AmedeoGroup mit täglich mehr als 12.000 Besuchern die am besten frequentierte Site. In der Mailing-Liste waren im März 2003 über 14.000 Teilnehmer eingeschrieben.


 
2001

Christian Hoffmann wird Chefredakteur von HIV.NET, Bernd Sebastian Kamps nimmt eine Auszeit. Nachrichten und Kongressberichterstattung von HIV.NET werden fortan von einem Redaktionsteam bearbeitet.


 
2001 bis

Zwischen allen anderen Projekten eine Fingerübung: Medicine on Earth. Wer seit mindestens einem Jahr bei Amedeo eingeschrieben ist, bekommt einen exklusiven Zugang zu der Site, um Lebenslauf, Foto und Publikationsliste ins Internet zu stellen. Medicine on Earth ist die Site, die sich sicher am weitesten von der Ur-Site HIV.NET entfernt.


 
2002

Seit Mitte 2001 werden Verhandlungen mit dem Springer Verlag geführt, um die Rechte an AIDS 2000 zu übertragen. Unterzeichnet wird der Vertrag im Frühjahr 2002. HIV.NET steht vor einem Dilemma: Was machen mit den Texten, die mit den Jahren Staub angesetzt haben, die aber, weil sie verkauft werden, auch nicht aktualisiert werden können? Therapieempfehlungen müssen entrümpelt, Medikamentenprofile neu erstellt werden.

Christian Hoffmann und Bernd Sebastian Kamps beschließen, die Texte neu zu schreiben. Aber... wo Texte entstehen, kann auch ein Buch kommen. Christian Hoffmann telefoniert ein Autorenteam zusammen. Derweil wird in Paris an einer Plattform gearbeitet, um am Tag X, also zum Erscheinen des neuen Buches, die frohe Botschaft zu verkünden: "Neues Buch da, 500 Seiten, vollständig im Internet. Kostenlos!". Das Ergebnis: FreeBooks4Doctors.com.


Tägliche Besucher: >5.000.
Mailingliste im März 2003: >8.000 Teilnehmer.


 
2003

Im März ist es so weit: HIV.NET 2003 kommt in die Buchläden. Gleichzeitig wird der vollständige Text kostenlos in HIV.NET angeboten.

HIV.NET unterstreicht und bekräftigt das Credo von 7 Jahren Arbeit: Hochqualitative medizinische Information kann heute - in Zeiten des Internets - für den Leser kostenlos sein. Wer, überzeugt vom Gegenteil, behauptet, dass Qualität seinen Preis hat, ja haben muss, weiß nicht, wovon er redet und hat von Internet nichts verstanden.


 
2003 bis

Hätten Sie das gedacht? Dass 7 Jahre nach Beginn des Internet-Hype ein Domainname wie www.HIVMedicine.com noch frei wäre? War kaum anzunehmen, und vermutlich hat HIV.NET in einer freien "window period" zugeschlagen - der alte Eigentümer hatte die Rechte an dem Namen aufgegeben, und mögliche neue Eigentümer waren noch nicht aufgestanden.

Lernen wir daraus, dass das Leben die Fleißigen belohnt?

Der Clou bei www.HIVMedicine.com, die Weltpremiere, das durch und durch Neue: Unter noch zu definierenden Auflagen wird bis Ende April 2003 das Copyright der Texte für alle Sprachen außer Deutsch und Englisch teilweise frei gegeben. Damit würde gestattet, HIV.NET 2003 in andere Sprachen zu übersetzen, zu reproduzieren und zu veröffentlichen. Ohne Lizenzgebühr, versteht sich, immer getreu der Vorgaben von FreeBooks4Doctors.

Nach ein paar Ausflügen ins Internet-Umland drängt HIV.NET nach 6 Jahren mit Macht zurück in seinen Kernbereich. Das Team wächst, das finanzielle Polster ist gut, und Bernd Sebastian Kamps ist aus der Auszeit zurück. HIV.NET geht nun auf die Reise um die Welt. Die mehr als 120.000 Einträge der diversen Mailinglisten (Amedeo, FMJ, FB4D) werden helfen, die neuen Projekte ins Gespräch zu bringen.


 
2003 tris

Aller guten Dinge sind drei.

Dabei war's nicht geplant, Ehrenwort! Doch kaum war HIV Medicine im Kasten und angekündigt (8./9. April 2003), war der Kopf frei für Gedanken. Und war da nicht was? Eine neue Erkrankung, vermutlich viraler Genese? Bei der Google-Suche nach SARS kam man aus dem Staunen nicht mehr heraus: Alle Originalartikel, ob im New England Journal of Medicine, im Lancet, in Science oder wo auch sonst immer publiziert, alle Texte waren im Internet - ohne Einschränkung und frei für jedermann. Die erste globale Epidemie in Zeiten unbegrenzter Kommunikation... Wollte man da Abseits stehen? Christian Drosten und Wolfgang Preiser, die Mitentdecker des SARS-Virus, erklärten sich bereit, mitzumachen. Der Rest war Fleiß: 12 Tage non-stop, 16 Stunden am Tag, leerer Kühlschrank, verzweifelte Futterstreifzüge durch leere Städte nach Mitternacht. Am 8. Mai war die erste Auflage da.

Niemand war schneller als wir.


 
immer noch 2003

Zum Pariser AIDS-Kongress im Juli 2003 erscheint HIV Medicine als Druckversion.


 
2004

Ist Google wirklich das Non-Plus-Ultra, wenn man sich fragt: Wo stecken die professionellen und beliebtesten Websites in der Medizin? Landet man wirklich dort, wo man hin will? Oder könnte man es besser machen? Zum Beispiel die Spezialisten abstimmen lassen, also die, die es wirklich wissen müssten, und nicht eine Maschine.

Amedeo hatte im Februar 2004 mehr als 107.000 Teilnehmer. Die könnten es wissen. Wir haben sie gefragt. Das Ergebnis: GoldenLinks4Doctors.com


 
2005

Operation Opernball: Das erste Projekt aus 2005.

Die gute Nachricht: In Zukunft werden Medizinlehrbücher kostenlos im Internet stehen, weil Ärzte ihre Bücher heute selbst produzieren und vertreiben können. Die Kollegen sind gut motiviert: Der Gewinn aus der Buchproduktion ist deutlich höher als ein Autorenhonorar.

Bernd Sebastian Kamps geht in die Einzelheiten, analysiert 15 Jahre Erfahrung.


 
2005 bis

Das zweite Projekt für 2005 wird im Herbst vorgestellt. Es ist eine Ergänzung von FreeBooks4Doctors. Die Programmierarbeiten haben begonnen.

Auch das neue Projekt wird unter der Flying Publisher-Flagge segeln.


 
2006

Was? Unklar. Dass? Ohne Frage...



 
 
     
 

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