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DDI (Didanosin) von
BSK & CH
Einer der ersten NRTIs, der heute aufgrund der Nebenwirkungen (Pankreatitis 10 %) und der mitochondrialen Toxizität nur noch in bestimmten Resistenz-Situationen eingesetzt wird. Die Dosis ist an das Körpergewicht anzupassen, Kombinationen mit Tenofovir und D4T sollten vermieden werden. Handelsname: Videx® Magensaft-resistente Hartkapseln zu 125, 200, 250 und 400 mg (N3=60). Als Pulver 1 Flasche mit 4 g. Medikamentenklasse: NRTI. Hersteller: Bristol-Myers Squibb. Indikation: HIV-Infektion. Dosierung: Täglich 1 x 400 mg (Körpergewicht > 60 kg) bzw. 1 x 250 mg (Körpergewicht < 60 kg). DDI muss nüchtern, das heißt frühestens 2 Stunden nach oder spätestens 1 Stunde vor einer Mahlzeit eingenommen werden. Nebenwirkungen: Diarrhoe, Übelkeit, Kopfschmerzen. DDI-spezifisch: Pankreatitis, auch bei längerer Gabe! Periphere Polyneuropathie. Selten Laktatazidose, vor allem bei Kombination mit D4T und Ribavirin. Hinweise/Warnungen: Akute und chronische Pankreatitis sind Kontraindikationen, ebenso Therapie mit Ribavirin! Vorsicht bei D4T, Ethambutol, Cisplatin, Disulfiram, INH, Vincristin etc. (PNP). Bei gleichzeitiger Gabe von Tenofovir steigen Cmax und AUC von DDI um 28 % bzw. 44 % an. Die DDI-Dosis sollte unbedingt auf 250 mg reduziert werden, Tenofovir zwei Stunden vor oder eine Stunde nach DDI eingenommen werden, am besten sollten beide gar nicht kombiniert werden (siehe HAART-Kapitel). Auch mit Indinavir, Dapson, Ketoconazol, Itraconazol, Tetrazyklinen oder Indinavir sollte ein zeitlicher Abstand von zwei Stunden eingehalten werden. Anfangs monatlich Kontrollen von Amylase, Blutbild, Transaminasen, Bilirubin. Patienten über die Symptome einer Pankreatitis aufklären. DDI bei klinischem Verdacht absetzen, Reexposition vermeiden. Internationale Informationsquellen: Arzneimittel-Kompendium der Schweiz: http://hiv.net/link.php?id=87 USA: http://hiv.net/link.php?id=86 Literatur: 1. Leon A, Mallolas J, Martinez E, et al. High rate of virological failure in maintenance antiretroviral therapy with didanosine and tenofovir. AIDS 2005; 19: 1695-7. Abstract: http://amedeo.com/lit.php?id=16184042 2. Martinez E, Milinkovic A, de Lazzari E, et al. Pancreatic toxic effects associated with co-administration of didanosine and tenofovir in HIV-infected adults. Lancet 2004; 364: 65-7. http://amedeo.com/lit.php?id=15234858 3. Moreno A, Quereda C, Moreno L, et al. High rate of didanosine-related mitochondrial toxicity in HIV/HCV-coinfected patients receiving ribavirin. Antivir Ther 2004; 9: 133-8. http://amedeo.com/lit.php?id=15040545 4. Murphy MD, O'Hearn M, Chou S. Fatal lactic acidosis and acute renal failure after addition of tenofovir to an antiretroviral regimen containing Didanosine. Clin Infect Dis 2003; 36: 1082-5. http://amedeo.com/lit.php?id=12684925 |
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