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Mikrosporidien 2005 von Gerd Fätkenheuer und Christian Hoffmann 365-Tage-Literatur Die Mikrosporidiose ist eine wichtige Ursache von Diarrhoen bei HIV-Patienten. Verursacht wird sie durch obligat intrazelluläre Protozoen, die Mikrosporidien. Mindestens vier humanpathogene Genera sind beschrieben worden, Enterocytozoon bieneusi ist der wichtigste. Auch in Deutschland zählten Mikrosporidien früher zu den häufigen Durchfallerregern. In der prä-HAART-Ära konnten sie in rund einem Drittel aller Patienten und in einigen Studien in bis zu zwei Drittel aller HIV-Patienten mit chronischen Diarrhoen nachgewiesen werden (Sobottka 1998). Durch HAART ist die Inzidenz der Mikrosporidiose stark rückläufig, sie wird inzwischen nur noch selten diagnostiziert. Die Mikrosporidien sind nicht AIDS-definierend, obwohl die chronische Mikrosporidiose fast ausschließlich massiv immunsupprimierte Patienten mit weniger als 50 CD4-Zellen/µl betrifft. Die Diarrhoen können sehr stark sein, sind meist wässrig, ohne Blutbeimengung und werden von abdominalen Schmerzen, Übelkeit und Erbrechen begleitet. Fieber fehlt fast immer. Selten wurden Myositiden, Keratokonjunktivitiden und Sinusitiden beschrieben. Infektionen der Gallenwege kommen häufiger vor. Mehr noch als bei Kryptosporidien gilt, dass das Labor Erfahrung haben muss. Mikrosporidien sind sehr klein, und wer nicht explizit danach gefragt wird, sieht sie nicht! Kulturen sind nicht allgemein etabliert. Der Nachweis gelingt am besten mit Spezialfärbungen. Spezieller Transport oder Aufbereitung sind nicht notwendig. Albendazol (Eskazole® 2 x 1-2 Tbl. à 400 mg/die für 4 Wochen) wirkt relativ gut, aber keineswegs immer. Vor allem E. bieneusi ist gegen Albendazol weitgehend resistent. Aus Frankreich wurden positive Resultate zu Fumagillin (Cave Thrombozytopenien!) publiziert, die Fallzahlen sind bislang jedoch klein (Molina 2002). Zu Niazoxanid (siehe Kryptosporidien, Seite *) gibt es ebenfalls Fallberichte (Bicart-See 2000). Symptomatisch kommt auch Thalidomid in Frage. Am besten scheint jedoch die HAART-vermittelte Immunrekonstitution zu wirken (Carr 1998+2002, Maggi 2000).
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Wichtiger Hinweis für die Leser
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