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CDC-Klassifikation Die CDC-Klassifikation der HIV-Erkrankung unterscheidet drei klinische Kategorien A bis C und drei CD4-Zellzahlbereiche 1 bis 3 (CDC 1993b). Kategorie A definiert das asymptomatische Stadium der HIV-Infektion, Kategorie C Patienten mit AIDS und Kategorie B alle anderen Patienten (nicht mehr asymptomatisch, aber auch kein AIDS; siehe Tabelle 1 und 2).
Ein Patient mit einer oropharyngealen Candidose und 350 CD4-Zellen/µl würde daher als Stadium B2 eingestuft. Rückstufungen - etwa von B nach A nach der Rückbildung eines Herpes zoster oder zurück nach 1 bei Anstieg der CD4-Zellzahlen von 300 auf 700/µl - werden nicht vorgenommen. Zu beachten ist, dass in den USA ein Wert von < 200 CD4-Zellen/µl ebenfalls als AIDS gewertet wird. Hier ist AIDS somit nicht ausschließlich eine klinische Diagnose! Die CDC-Klassifikation ist nicht nur ein brauchbares epidemiologisches Instrument, sie erlaubt auch eine grobe Orientierung über die individuelle Situation des Patienten. Allerdings ist die 1993 zuletzt überarbeitete Klassifikation inzwischen leider auch veraltet. So bleibt die individuelle Therapiesituation (Vortherapien, vorhandene HAART-Optionen, aktuelle Resistenzlage) vollkommen unberücksichtigt – obgleich sie die aktuelle Prognose des Patienten inzwischen wahrscheinlich viel stärker bestimmt als der CD4-Nadir oder frühere, längst ausgeheilte AIDS-Erkrankungen. Auch fehlen einige wichtige Erkrankungen, die im Grunde die Kriterien einer opportunistischen Infektion erfüllen, jedoch in den USA (dem Ort der Entstehung der Klassifikation) eher selten sind. Dazu zählt zum Beispiel die Infektion mit Penicillium marneffei, einer in Südostasien sehr verbreiteten, schweren Infektion bei HIV-Infizierten. Penicillosen sind in bestimmten Regionen die häufigsten Mykosen bei HIV! Aber auch andere Erkrankungen wurden bislang nicht beachtet, wie zum Beispiel Aspergillosen, Mikrosporidiosen, Leishmaniosen oder auch der Morbus Hodgkin. Umgekehrt dürften nur wenige HIV-Behandler hierzulande jemals mit einer Histoplasmose oder einer Isosporidiose konfrontiert werden. Es ist auch nicht nachvollziehbar, wieso das invasive Zervixkarzinom, eine doch eher seltene Erkrankung, in die AIDS-Klassifikation aufgenommen wurde, das Analkarzinom (das relative Risiko dürfte bei HIV-Infizierten mindestens genauso deutlich erhöht sein) jedoch nicht. Die Rufe nach einer Bearbeitung und Aktualisierung werden daher in den letzten Jahren lauter, zumal die AIDS-Diagnose in vielen Ländern erst den Zugang zu einer medizinischen Versorgung ermöglicht. Dennoch ist die CDC-Klassifikation die derzeit beste Einstufung der HIV-Infektion. Weiter: 1.7 Epidemiologie
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